Neben dem Monitoring nach Indikatoren sind Gesundheitsberichte ein spezifischer Teil der Gesundheitsberichterstattung. Gesundheitsberichte sind wissenschaftliche Berichte, die das Gesundheitsgeschehen einer Gesellschaft in komplexer Weise darstellen. Sie dienen Politik und Behörden als Entscheidungsgrundlage. Im Bereich Public Health liefern sie Informationen für gezielte gesundheitsfördernde Massnahmen.
Gesundheitsberichte
- beschreiben das Gesundheits-Krankheitskontinuum einer Bevölkerung oder einer Bevölkerungsgruppe unter Berücksichtigung der globalen gesellschaftlichen Lebensbedingungen, der Lebensbedingungen spezifischer Populationsgruppen sowie der Lebensstile.
- identifizieren Problemfelder sowie Problem- und Zielgruppen für gesundheitsfördernde und präventive Aktivitäten.
- beschreiben chronische Krankheiten und gesellschaftlichen Determinanten, des Disease-Managements und kurativer Aktivitäten.
- überwachen Veränderungen der Gesundheit/Krankheit auf Bevölkerungsebene im Zeitverlauf; sie überprüfen damit auch die Wirkung und Wirksamkeit von gesellschafts- und gesundheitspolitischen Strategien und Massnahmen.
- zeigen wissenschaftliche Implikationen auf für eine multisektorale Gesundheitspolitik und die Koordination von Massnahmen.
- machen strategische Überlegungen zur Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Gesellschafts- und Gesundheitspolicies und Politik.
Die Gesundheit einer Bevölkerung ist nicht über das Gesundheitswesen alleine zu fördern, es sind vielmehr die verschiedensten Gesellschafts- und Politikbereiche des Landes mit einzubeziehen. Der Grundsatz «Health in all Policies» hat dazu geführt, den so genannten Gesundheitsdeterminanten, die sich aus den Lebensbedingungen und der Lebensweise von Bevölkerungsgruppen ergeben, ins Zentrum von Gesundheitsberichten zu setzen. Der Vorteil dieses Ansatzes ist es, multisektorale Handlungsansätze und Massnahmen aufzeigen zu können, die über die Veränderung der Lebensbedingungen und assoziierter Verhaltensweisen die Gesundheit der Bevölkerung verbessern.
Gesundheitsberichte richten sich an ein breites Zielpublikum, das von Vertretern der Legislative und Exekutive, der Gesundheitsbehörden und -verwaltung, der Gesundheitsversorgung und -forschung bis hin zu nicht-staatlichen Organisationen, interessierten Bürgern und von einem konkreten Gesundheitsproblem betroffenen Einzelpersonen reicht.
Gesundheitsberichte können über die Gesamtbevölkerung (z.B. nationale Gesundheitsberichte) oder für Regionen (z.B. kantonale Gesundheitsberichte) erstellt werden.
