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In der Schweiz geniesst der Jugendschutz den höchsten Anteil an Zustimmung, wenn es um regulative Massnahmen gegen Schäden durch Alkoholkonsum geht. Im Jahr 2018 sind 72,2% für eine Altersbeschränkung beim Kauf von Alkohol bei 18 Jahren. Auch eine klare Mehrheit der Befragten (65,5%) befürwortet ein Werbeverbot von Alkohol bei Sportveranstaltungen. Bezüglich Alkoholverkauf bei Sportveranstaltungen sind 31,4% für den Ausschank von Leichtbier und 37,9% für ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Strukturelle Massnahmen im Bereich Alkohol streben Veränderungen bei den Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnissen von Zielgruppen eines risikoreichen Alkoholkonsums. Im Gegensatz dazu steht die Verhaltensprävention, die direkt auf das Verhalten einer Person abzielt. Strukturelle Massnahmen können die Reduktion der Verfügbarkeit von Suchtmitteln betreffen, z.B. über die Beschränkung von Öffnungszeiten oder die Einführung von Alterslimiten. Andererseits können sie die Nachfrage nach Suchtmittel reduzieren, indem sie auf die Preispolitik oder die Einführung von Werbeverboten abzielen. In der Alkoholprävention hat sich gezeigt, dass die Effizienz von strukturellen Massnahmen grösser ist als von Verhaltensprävention. Die Einführung von Massnahmen über Gesetze und Regeln ist ein politischer Entscheid, bei dem die Meinung der Bevölkerung zu berücksichtigen ist.

Definition

Der Indikator zeigt den Anteil Personen, die die Massnahmen im Bereich Alkohol befürworten bzw. ablehnen.

Die Daten stammen aus einer online Befragung (Omnibus) des Bundesamtes für Gesundheit (n=rund 5'600). Die Fragen im Detail lauteten (die Reihenfolge entspricht derjenigen in der Grafik). 

«Wie ist Ihre Meinung zu folgenden Jugendschutzmassnahmen?
  • Die Altersbeschränkung für den Kauf von alkoholischen Getränken sollte generell bei 18 Jahren liegen.
  • Die Preise auf alkoholische Getränke sollten generell erhöht werden.
  • Zwischen 9 Uhr abends und 7 Uhr morgens sollten ausser in Bars und Restaurants keine alkoholischen Getränke mehr verkauft werden dürfen.
  • Bei Sportveranstaltungen sollte Werbung für Alkohol verboten werden.
  • Billigalkohol sollte durch Mindestpreise verteuert werden.»

Die möglichen Antworten lauteten: «ich bin dafür/ich bin eher dafür/weder noch/ich bin eher nicht dafür/ich bin nicht dafür».

 «Was denken Sie über alkoholbedingte Vorfälle bei Sportveranstaltungen wie Fussball- oder Eishockeyspiele?
  • Bei Sportveranstaltungen sollte Alkohol normal verkauft werden.
  • Es sollte bei Sportveranstaltungen nur Leichtbier verkauft werden dürfen.
  • Alkoholausschank sollte bei Sportveranstaltungen verboten werden.»

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Statistik (Omnibus Erhebung "Gesundheit und Lifestyle")
Weitere Daten und Informationen zum Thema können unter folgenden Quellen gefunden werden:
- Babor T. et al. (2005). Alkohol – Kein gewöhnliches Konsumgut. Forschung und Alkoholpolitik. Göttingen: Hogrefe Verlag.
- Marmet, S., Gmel, G. (2015). Suchtmonitoring Schweiz - Normen und Werte bezüglich alkoholpolitischer Massnahmen im Jahr 2014. Sucht Schweiz, Lausanne, Schweiz.

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

12.11.2019