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Im Jahr 2017 wurden 1553 Todesfälle in der Schweiz dem Alkoholkonsum zugeschrieben. Bei Männern wurden mit 1190 mehr alkoholbedingte Todesfälle geschätzt als bei Frauen (363). Die Rate der alkoholbedingten Todesfälle war bei den Männern seit dem ersten Messzeitpunkt 1997 rückläufig, bei den Frauen blieb sie bis 2011 konstant (standardisierte Rate pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner) und war von 2011 bis 2017  rückläufig. 2017 starben pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 35 Männer und 11 Frauen an alkoholbedingten Krankheiten resp. Unfällen. Der Anteil der alkoholbedingten Todesfälle an allen Todesfällen lag bei den Männern über alle Messjahre stabil bei rund 10%, bei den Frauen hatte er von 1997 bis 2011 leicht zugenommen und war danach bis 2017 (5,2%) wieder etwas gesunken.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Alkohol ist bei akutem Konsum eine wichtige Ursache für Unfälle und bei chronischem Konsum mitverantwortlich für nichtübertragbare Krankheiten und Suizide. Als Todesursachen findet man vor allem Verletzungen/Unfälle, Suizide, Krebserkrankungen und Leberzirrhose. Es gibt indessen deutliche Unterschiede der Todesursachen zwischen den Altersgruppen. Bei jungen Erwachsenen sind es vor allem Verletzungen/Unfälle, im höheren Alter kommen zunehmend Leberzirrhosen und später Krebserkrankungen dazu.

Der Indikator zur alkoholbedingten Mortalität gibt Hinweise auf die Entwicklung der Auswirkungen des Alkoholkonsums bei Männern und Frauen. Er unterstützt mit der Information die Planung von Interventionen.

Definition

Dieser Indikator basiert auf den Schätzungen der Studie von Gmel (2020). Datengrundlagen für die Schätzungen sind die Schweizerische Gesundheitsbefragung und die Todesursachenstatistik sowie weitere Datenquellen. Weitere Angaben dazu können der Originalliteratur entnommen werden.

Der Indikator gibt die Anzahl, die standardisierte Rate und den Anteil der geschätzten alkoholbedingten Todesfälle der 15-74-jährigen Männer und Frauen wieder. Der Anteil bezieht sich auf den Prozentanteil alkoholbedingter Todesfälle im Verhältnis zu den Gesamt-Todesfällen. Die standardisierte Rate gibt die Mortalitätsrate pro 100‘000 Einwohner/-innen wieder. Für die Standardisierung wurde die Altersstruktur der Schweizer Bevölkerung berücksichtigt. Die aufgeführten Schätzungen beziehen sich auf Personen bis 74 Jahre, da bis zu dieser Altersgruppe Daten genügender Qualität vorliegen.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • Sucht Schweiz. Alkoholbedingte Sterblichkeit: Webseite
  • Alkoholbedingte Todesfälle in der Schweiz 2017, Alter: 15-74 (2020). Bundesamt für Gesundheit, Bern: Faktenblatt
  • Sucht Schweiz: Suchtmonitoring Schweiz (2011-2016)

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

10.11.2020