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Im Jahr 2020 lag der mittlere Job-Stress-Index der Erwerbstätigen in der Schweiz bei einem Wert von 50,8 Punkten und war somit gegenüber 2014 (50,0 Punkte) ganz leicht ungünstiger.

Der Job-Stress-Index bildet das Verhältnis von Arbeitsbelastungen und Arbeitsressourcen ab. Je höher der Wert, umso höher ist die Belastung einer  Person im Vergleich zu ihren Ressourcen. Ein Wert bei 50 Punkten (auf einer Skala von 0-100 Punkten) bedeutet, dass bei den befragten Erwerbstätigen das Verhältnis von Belastungen (z.B. Zeitdruck, Überforderung) und Ressourcen (z.B. Unterstützung, Wertschätzung) am Arbeitsplatz ausgewogen ist.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Stress kann die Gesundheit und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen und hat auch einen Einfluss auf die Produktivität und die Leistungsfähigkeit. Die mit Stress verbundenen Kosten können beispielsweise durch krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz, reduzierte Produktivität bei der Arbeit oder hohe Fluktuation der Erwerbstätigen entstehen. Belastungen können Überforderung, Zeitdruck, etc. sein und durch Ressourcen wie Unterstützung und Wertschätzung durch die/den Vorgesetzten, Freiraum beim Erledigen der Tätigkeiten etc. abgeschwächt werden. Der Job-Stress-Index bildet das Verhältnis zwischen Arbeitsbelastungen und Arbeitsressourcen ab.

Definition

Der Indikator zeigt den Mittelwert des Job-Stress-Index der Schweizer Erwerbstätigen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren.

Der Job-Stress-Index ist ein Index (auf einer Skala von 0–100 Punkten) zur Erfassung der Arbeitssituation in Bezug auf das Verhältnis von Belastung und Ressourcen am Arbeitsplatz.

Zur Bildung des Index werden die Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz erhoben und deren Verhältnis errechnet. Belastungen am Arbeitsplatz beinhalten Zeitdruck, Unsicherheit, wie Arbeitsaufgaben zu erledigen sind, qualitative Überforderung, arbeitsorganisatorische Probleme und sozialen Stress mit Vorgesetzten oder Kollegen. Ressourcen sind zum Beispiel die Unterstützung durch Vorgesetzte, die Wertschätzung, ein angemessener Freiraum bei der Erledigung von Aufgaben oder ganzheitliche Tätigkeiten. Der Job-Stress-Index konzentriert sich nicht auf einzelne Belastungen und Ressourcen, sondern berücksichtigt deren Zusammenspiel.

Ein tiefer Wert des Job-Stress-Indexes bedeutet mehr Ressourcen als Stressoren und ein hoher Wert entspricht mehr Belastungen als Ressourcen. Werte um 50 Punkte bedeuten ein ausgewogenes Verhältnis von Belastungen und Ressourcen.

Datengrundlage für den Indikator ist eine repräsentative Stichprobe von Erwerbstätigen in der Schweiz. Die Erhebungen wurden 2014, 2015, 2016, 2018 und 2020 durchgeführt mit jeweils um 3'000 Teilnehmenden. Die Erhebung von 2020 wurde im Zeitraum vom 3. Februar bis am 3. März 2020 durchgeführt und ist von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie eher nicht beeinflusst.

Quellen

Referenzen

  • Igic, I. et al. (2014). Job-Stress-Index 2014. Erhebung von Kennzahlen zu psychischer Gesundheit und Stress bei Erwerbstätigen in der Schweiz. Gesundheitsförderung Schweiz, Bern und Lausanne: Arbeitspapier 26

Weiterführende Informationen

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

24.09.2020