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Seit 2008 sind in der Schweiz die Ausgaben für die Gesundheitsförderung und Prävention im Verhältnis zu den kurativen Leistungen rückläufig: Wurden 2008 8,0% der Ausgaben des «kurativen» Bereichs für Gesundheitsförderung und Prävention aufgewendet, sind es 2016 noch 5,7%.  Der Anteil der Ausgaben für die Gesundheitsförderung und Prävention ist auch für den Zeitraum 1998 bis 2007 rückläufig und geht von 14,8% (1998) auf 11,3% (2007) zurück. Ein Vergleich der Jahre bis 2007 und ab 2008 muss mit Vorsicht gemacht werden (Datenbruch).

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Anstieg der Gesundheitskosten ist ein zentrales Thema in der Schweizer Gesundheitspolitik, und die nichtübertragbaren Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen tragen einen grossen Anteil dazu bei. Diese Krankheiten sind zu einem grossen Teil auf risikoreiches Verhalten zurückzuführen wie Rauchen, Bewegungsmangel, zu hohen Alkoholkonsum etc. Eine gute Prävention kann dazu beitragen, diese Risikofaktoren zu senken.

Dieser Indikator zeigt die kantonalen und kommunalen Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention im Verhältnis zu den Ausgaben für «kurative Leistungen». Neben den Kantonen und Gemeinden unterstützt auch der Bund selber direkt Präventionsprogramme, und auch verschiedenste andere Akteure kommen für Gesundheitsförderung und Prävention auf. Die Kantone und Gemeinden finanzieren etwa einen Viertel der gesamten Präventionskosten.

Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass die Budgets für Gesundheitsförderung und Prävention bei zunehmenden Kosten im Gesundheitswesen und Spardruck in Kantonen und Gemeinden Kürzungen erfahren: Da Gesundheitsförderung und Prävention in den Aufgabenbereich der Kantone fallen, fehlen bundesstaatliche Vorgaben. Dazu kommt, dass es grundsätzlich schwierig ist, die Wirkungen von Interventionen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention direkt zu beobachten. Diese finden oft in einem komplexen Umfeld mit zahlreichen Interaktionen zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren und Akteuren statt. Ausserdem wirken die Interventionen in diesen Bereichen meist erst mittel- bis langfristig.

Definition

Dieser Indikator wurde auf Basis der Daten der Statistik «Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens» berechnet. Er zeigt das Verhältnis zwischen den aufsummierten kantonalen und kommunalen Ausgaben für die Gesundheitsförderung und Prävention im Verhältnis zu den aufsummierten kantonalen und kommunalen Ausgaben für den «kurativen» Bereich. Es handelt sich dabei um die laufende Rechnung (laufende Ausgaben minus laufende Einnahmen) und die staatliche Nettofinanzierung.

Da die Kompetenzen im Gesundheitswesen zwischen Kanton und Gemeinde je nach Kanton unterschiedlich verteilt sind, werden die Ausgaben von Kantonen und Gemeinden zusammengezählt. Der Finanzstatistik und der Statistik «Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens» können die jährlichen Kosten des Gesundheitswesens entnommen werden (verwendete Tabellen: Finanzierung Direktzahler Kantone und Finanzierung Direktzahler Gemeinden). Diese Statistik berücksichtigt sämtliches verfügbares Zahlenmaterial zur Schätzung der Geldströme, welche mit der Produktion und dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen des schweizerischen Gesundheitswesens während eines Jahres verbunden sind.

Unter kurativen Leistungen versteht man hier die Ausgaben für Spitäler, Kranken- und Pflegeheime, psychiatrische Kliniken und ambulante Krankenpflege, wie sie in den Daten des Bundesamts für Statistik ausgewiesen werden.

In Anlehnung an Kaufmann (2015) werden folgende Kategorien dieser Statistik ins Verhältnis gesetzt:

  • Kurativer Bereich: Spital, Heime, Psychiatrie, Ambulant
  • Prävention und Gesundheitsförderung: Lebensmittelkontrolle, Krankheitsbekämpfung, Alkohol/Sucht, Schulgesundheit, Gesundheitswesen

Bei einem Vergleich über die Zeit ist zu berücksichtigen, dass zwischen 2007 und 2008 die Kategorien geändert haben.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Eidgenössische Finanzverwaltung (Finanzstatistik); Bundesamt für Statistik (Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens)
Referenzen: Kaufmann Markus (2015). Verhältnis zwischen Kuration und Prävention. Entwicklung der Nettoausgaben für Gesundheit in den Kantonen und Gemeinden zwischen 2002 und 2012.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019