Zurück zur Übersicht
Drucken

Im Jahr 2018 haben in der Schweiz 8,0% der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert. Dieser Anteil ist seit 2006 relativ stabil geblieben.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Die meisten Jugendlichen sind neugierig und haben Lust, neue Erfahrungen zu machen. Es kann deshalb vorkommen, dass sie illegale psychoaktive Substanzen wie Cannabis probieren.

Der Cannabiskonsum birgt akute und auch längerfristige Risiken: Cannabiskonsum kann Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen verursachen, was das Risiko erhöht, sich zu verletzen oder zu verunfallen. Ausserdem kann er die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit beeinträchtigen sowie Gedächtnisprobleme hervorrufen, was z.B. die Leistungsfähigkeit in der Schule reduzieren kann. Daraus können sich langfristige negative Folgen für die schulische oder berufliche Laufbahn ergeben. Weiter besteht das Risiko, eine Abhängigkeit von der Substanz zu entwickeln.

Dieser Indikator zeigt die Verbreitung des Cannabiskonsums unter Jugendlichen und wie sich dieser über die Zeit verändert. Er dient dazu, Handlungsbedarf zu erkennen und gegebenenfalls Gesundheitsförderungs- und Präventionsmassnahmen in dieser Altersgruppe zu ergreifen.

Definition

Dieser Indikator basiert auf der Schweizer Schülerinnen- und Schülerbefragung „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC).

Der Indikator gibt den Anteil der 14- und 15-jährigen Jugendlichen an öffentlichen Schulen an, die mindestens einmal Cannabis konsumiert haben (d.h. mindestens einmal im bisherigen Leben bzw. mindestens einmal in den letzten 30 Tagen).

Er wurde auf Basis der Frage ‚Hast du jemals in deinem Leben bzw. in den letzten 30 Tagen Cannabis (um „high“ zu werden, z.B. Joint, Shit, Marihuana, Haschisch) genommen? (Antwortkategorien: nie/an 1-2 Tagen/an 3-5 Tagen/an 6-9 Tagen/an 10-19 Tagen/an 20-29 Tagen/an 30 oder mehr Tagen)‘ berechnet. Aus ethischen Gründen wurde diese Frage nur den 14- und 15-Jährigen gestellt.

Vergleichbare Daten stehen für die Befragungen von 1986 (nur für 15-Jährige), 1994, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014 und 2018 (Lebenszeitprävalenz) bzw. 2006, 2010, 2014 und 2018 (30-Tage-Prävalenz) zur Verfügung.

Vergleichbarkeit: Die Fragen wurden im Verlaufe der Zeit leicht angepasst. 2018 wurde die Frage zum Konsum von Cannabis zudem um den Zusatz „um „high“ zu werden“ ergänzt, um ihn vom CBD abzugrenzen. Beim CBD handelt es sich um eine legale Substanz, die seit Sommer 2016 in der Schweiz auf dem Markt erhältlich ist.

Sprachregion: Die Bestimmung, welcher Sprachregion eine befragte Schulklasse angehört, hängt von der Sprache der zugesandten Fragebogen ab (Deutsch, Französisch oder Italienisch). Diese richtet sich grundsätzlich nach der (offiziellen) Sprache der Standortgemeinde der Schule, in der sich die Klasse befindet. Klassen im rätoromanischen Sprachgebiet haben die deutsche Fassung des Fragebogens erhalten. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klassen sind entsprechend in der Kategorie ‚Deutsch‘ enthalten.

Die nationale HBSC-Stichprobe umfasst eine begrenzte Anzahl von 11- bis 15-Jährigen im italienischen Sprachgebiet. Für diese vergleichsweise kleine Gruppe von Jugendlichen errechnete Ergebnisse wären mit grossen Fehlermargen (bzw. Vertrauensintervallen) behaftet. Ausserdem können sie nicht als repräsentativ für alle 11- bis 15-Jährigen im italienischen Sprachgebiet erachtet werden. Deshalb wurden die Jugendlichen im italienischen Sprachgebiet gemeinsam mit denjenigen im französischen Sprachgebiet analysiert.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quelle: Sucht Schweiz (Studie „Health Behaviour in School-aged Children“, HBSC)
Referenzen: Delgrande Jordan, M., Schneider, E., Eichenberger, Y, & Kretschmann, A. (2019). La consommation de substances psychoactives des 11 à 15 ans en Suisse – Situation en 2018 et évolutions depuis 1986 – Résultats de l’étude Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) (rapport de recherche No 100). Lausanne: Addiction Suisse. (Link) (Zusammenfassung auf Deutsch)
Weiterführende Informationen:
-Internationale HBSC-Studie (Link)
-Schweizerische HBSC-Studie (Link)
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
 

Zuletzt aktualisiert

28.03.2019