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Im Jahr 2017 haben 4,0% der 15-64-Jährigen in der Schweiz in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert. Es sind wesentlich mehr Männer (5,7%) als Frauen (2,2%). Der Anteil Konsumierender ist in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen am höchsten und nimmt mit zunehmendem Alter ab. 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Cannabis ist die in der Schweiz am häufigsten konsumierte illegale Substanz. Es wird davon ausgegangen, dass der Konsum sowohl physisches wie auch psychisches Abhängigkeitspotential birgt. Die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums variieren je nach Häufigkeit und Gebrauchsdauer, Dosierung, Drogenqualität, Konsumsituation, Gesundheitszustand und psychischer Veranlagung der konsumierenden Person. Problematisch ist der Konsum vor allem dann, wenn Cannabis häufig, viel und über längere Zeit hinweg verwendet wird. In jungen Lebensjahren birgt ein problematischer Konsum Risiken für die Gesundheit und die geistige Entwicklung der Jugendlichen. Es gibt einige Krankheiten, bei denen Cannabinoide (z.B. THC) als Medikament verschrieben werden können.

Der Indikator zeigt den Konsum von Cannabis und gibt wichtige Informationen zum Ausmass der Verbreitung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Alterskohorten.

Definition

Dieser Indikator wurde auf Basis der Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) berechnet. Er beschreibt den Anteil der 15- bis 64-jährigen, in einem Privathaushalt lebenden Bevölkerung, der gelegentlich oder regelmässig Cannabis konsumiert.

In der Erhebung 2017 wurde der Konsum «mindestens einmal in den letzten 30 Tagen» erfragt. In den Erhebungsjahren 2002, 2007 und 2012 wurde die Frage nach dem «mindestens monatlichen Cannabiskonsum in den letzten 12 Monaten» gestellt. Daher kommt es zwischen 2012 und 2017 zu einem Datenbruch.

Der Indikator beruht auf mehreren Fragen (Index HACHCONS) der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB). Die Einschränkung auf die unter 65-Jährigen dient dem internationalen Vergleich, da andere Länder sich auch auf diese Alterskategorien beschränken.

Die präsentierten Resultate unterschätzen vermutlich den wahren Konsum: Beispielsweise tendieren die interviewten Personen aus Gründen der sozialen Erwünschtheit dazu, ihren Cannabiskonsum zu tief anzugeben. Ausserdem ist anzunehmen, dass Personen, deren Cannabiskonsum ein hohes gesundheitliches Risiko darstellt oder schon zu gesundheitlichen und sozialen Veränderungen geführt hat, eher seltener an Erhebungen teilnehmen.

Die beobachtbare Zunahme des Cannabiskonsums bei den 35-64-Jährigen kann möglicherweise mit dem häufigeren Konsum von Cannabidiol (CBD)-Produkten im 2017 zusammenhängen. Der CBD-Konsum hat keine vergleichbare psychoaktive Wirkung wie der Tetrahydrocannabinol (THC)-Konsum.

Definition der einzelnen Dimensionen

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Schweizerische Gesundheitsbefragung)
Referenzen:
- WHO (Faktenblatt Cannabis, in Englisch)
- Marconi Arianna, Marta Di Forti, Cathryn Lewis, Robin Murray, Evangelos Vassos
 (2016). Meta-analysis of the Association Between the Level of Cannabis Use and Risk of Psychosis. Schizophrenia bulletin, 42(5):1262-1269.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019