Zurück zur Übersicht
Drucken

2,1% der Schweizer Bevölkerung konsumierten 2018 fast täglich in den letzten drei Monaten Schlaf und Beruhigungsmittel.

Bei starken Schmerzmitteln bewegt sich dieser Anteil in den letzten Jahren um zwei Prozent (aktuellste Daten von 2016). Für beide Gruppen nimmt die Häufigkeit der Einnahme mit zunehmendem Alter deutlich zu.  

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Die Entwicklung von Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit wird in der Schweiz seit längerem beobachtet. Eine fast tägliche Einnahme von Schmerzmitteln oder von Schlaf- und Beruhigungsmitteln über mehrere Monate wird als problematisch angesehen. Ein Medikamentenmissbrauch liegt vor, wenn ein Medikament ohne klare medizinische Indikation oder in unnötigen Mengen eingenommen wird. In der Praxis kommt folgenden Medikamentengruppen eine besondere Bedeutung zu: (starke) Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Anregungsmittel und Appetitzügler.

Der Indikator zeigt die zeitliche Entwicklung und die Verbreitung des chronischen Medikamentenkonsums in der Gesamtbevölkerung. Diese Informationen unterstützen die Planung und Evaluation von Präventions- und Regulierungsmassnahmen.

Definition

Dieser Indikator zeigt den Anteil der 15-jährigen und älteren Schweizer Bevölkerung, der seit mindestens drei Monaten fast täglich (an mindestens 20 Tagen pro Monat) starke Schmerzmittel, Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingenommen haben. Eine solche Einnahme wird als problematisch angesehen.

Die Fragen wurden 2011 bis 2016 im Rahmen einer telefonischen Befragung im Suchtmonitoring von Sucht Schweiz gestellt (n=rund 11'000). 2018 wurde nur die Frage nach den Schlaf- und Beruhigungsmitteln in einer online Befragung (Omnibus) des Bundesamtes für Gesundheit vergleichbar mit den Vorjahren erhoben (n=rund 5'000).

Die hohen Anteile bei den Nichterwerbstätigen in den Jahren 2011 bis 2016 sind auf die häufigere Einnahme von Medikamenten bei Älteren, sich in Rente befindlichen Personen, zurückzuführen. Im Omnibus wird diese Dimension nicht mehr erhoben.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Statistik (Omnibus Erhebung "Gesundheit und Lifestyle"); Suchtmonitoring Schweiz (CoRolAR).
Referenzen: Gmel Gerhard, Notari Luca, Gmel Christiane (2018). Suchtmonitoring Schweiz -Einnahme von psychoaktiven Medikamenten in der Schweiz im Jahr 2016. Sucht Schweiz, Lausanne, Schweiz
Weitere Daten und Informationen zum Thema können auf der Webseite von Sucht Schweiz sowie unter folgender Quelle gefunden werden: Kraft Eliane, Iseli Simon, Werner Sarah (2019). Auslegeordnung zum problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente. Bericht im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Ecoplan, Bern, Schweiz (Bericht).

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019