Zurück zur Übersicht
Drucken

Im Vergleich zu 2007 (11,0%) gab im Jahr 2017 ein grösserer Anteil der Bevölkerung (15,9%) an, in den letzten 12 Monaten mindestens einmal im Monat grössere Mengen Alkohol zu sich genommen zu haben. 11,1% der Frauen und 20,7% der Männer trinken mindestens einmal pro Monat grössere Mengen an Alkohol. Dieses Trinkverhalten nimmt zwischen 2007 und 2017 in allen Altersgruppen zu. Männer und Frauen bis 34 Jahre zeigen 2017 dieses Verhalten häufiger als Personen ab 35 Jahren.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Konsum grösserer Mengen Alkohol bei einer Gelegenheit (episodisch risikoreicher Alkoholkonsum, sogenanntes Rauschtrinken oder "binge drinking") ist aus gesundheitlicher Sicht problematisch. Akute Folgen wie Unfälle, Verletzungen, Gewalt, Sachbeschädigungen und erhöhte Suizidgefahr sind die wichtigsten damit assoziierten Probleme. Darüber hinaus ist auch das Risiko für koronare Herzkrankheiten erhöht, wenn man Personen mit moderatem Alkoholkonsum mit und ohne Rauschtrinken vergleicht.

Der Indikator gibt Hinweise zur Bedeutung des Phänomens und zu den gefährdeten Gruppen und unterstützt damit Präventionsmassnahmen.

Definition

Dieser Indikator wurde auf Basis der Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) berechnet. Er gibt den Anteil der 15-jährigen und älteren, in einem Privathaushalt lebenden Bevölkerung an, die in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal pro Monat 4 (Frauen), bzw. 5 (Männer) Standardgläser eines alkoholischen Getränks bei einer Gelegenheit konsumiert haben. Ein Standardglas (= 1 Glas Bier/Wein,etc.) entspricht 10 bis 12g reinem Alkohol. Die Berechnung stützt sich auf eine Kombination von Fragen.

Der episodisch risikoreiche Alkoholkonsum ist international nicht einheitlich definiert. Als Grenzwert wird in den meisten Ländern ein Konsum von 40 bis 50 Gramm Reinalkohol bei einer Trinkgelegenheit bei Frauen und um die 50 bis 60 Gramm bei Männern verwendet. Das entspricht rund vier Standardgläsern eines alkoholischen Getränks bei Frauen und rund fünf Standardgläsern eines alkoholischen Getränks bei Männern. Ab dieser Schwelle ist das Gesundheitsrisiko eindeutig erhöht. Dieser Grenzwert ist auch in der «Orientierungshilfe zum Alkoholkonsum» der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen (EKAL) 2018 erwähnt.

In der Schweiz wurde die Definition entsprechend internationalen Entwicklungen in der Alkoholforschung mehrmals angepasst, weshalb ein Vergleich aller Jahre der Gesundheitsbefragung aktuell nicht möglich ist.
 
Eine Erklärung der soziodemographischen Variablen findet sich im Dokument: Beschreibung der Dimensionen
 

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Schweizerische Gesundheitsbefragung)
Referenzen: 
- Bundesamt für Gesundheit, Definition problematischer Alkoholkonsum (Webseite)
- Marthaler Marc (2013). Risiken für alkoholbedingte Krankheiten und Mortalität, Grundlagen für eine Orientierungshilfe zum risikoarmen Alkoholkonsum, Sucht Schweiz 2013 (Studie).
- Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen (EKAL) (2018). Orientierungshilfe zum Alkoholkonsum – 2018. Bern, Juni 2018 (Faktenblatt).
Weitere Daten und Informationen zum Thema episodisch risikoreicher Alkoholkonsum können beim Suchtmonitoring Schweiz gefunden werden.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019