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Der Anteil Personen mit einer Erschöpfung ist von 2015 zu 2018 kontinuierlich gestiegen und bleibt zwischen 2018 und 2020 konstant. Keine signifikanten Unterschiede lassen sich 2020 in den Anteilen von Personen mit einer Erschöpfung zwischen Männer und Frauen, zwischen den unterschiedlichen Bildungsniveaus und zwischen Personen unterschiedlicher beruflicher Stellung ausmachen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Eine emotionale Erschöpfung beinhaltet das Gefühl der Überbeanspruchung, des Energieverlustes und des «Ausgelaugtseins».  Findet keine vollständige Erholung statt, können Stressreaktionen chronisch werden und die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen (Zapf und Semmer, 2004). Die Erschöpfung ist zudem ein guter Prädiktor für unterschiedliche negative gesundheitliche Konsequenzen (einschliesslich Mortalität), unabhängig von Alter, Geschlecht oder geografischer Lokalität (Avlund, 2010).

Der Indikator gibt Hinweise zum Ausmass und zur Bedeutung der Erschöpfung bei den Schweizer Erwerbstätigen und kann als Grundlage für geeignete Massnahmen dienen.

Definition

Der Indikator zeigt den Anteil der Schweizer Erwerbstätigen im Alter von 16 bis 65 Jahren mit einer Erschöpfung.

Um Erschöpfung zu messen, wird das international etablierte Instrument von Demerouti et al. (2001) verwendet. Dafür wurde die Erschöpfungsskala (Skala zwischen 0-100) in vier Gruppen eingeteilt: nicht erschöpft, leicht erschöpft, ziemlich erschöpft und sehr erschöpft. Für die Erschöpfungsrate werden die beiden Gruppen «ziemlich erschöpft» und «sehr erschöpft» zusammengefasst und als «erschöpft» bezeichnet.

Datengrundlage für den Indikator ist eine repräsentative Stichprobe von Erwerbstätigen in der Schweiz. Die Erhebungen wurden 2014, 2015, 2016, 2018 und 2020 durchgeführt mit jeweils um die 3'000 Teilnehmenden. Die Erhebung von 2020 wurde im Zeitraum vom 3. Februar bis am 3. März 2020 durchgeführt und ist von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie eher nicht beeinflusst.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Gesundheitsförderung Schweiz (Job-Stress-Index-Erhebung)
Referenzen:
-Avlund, Kirsten (2010). Fatigue in older adults: an early indicator of the aging process? Aging Clinical and Experimental Research, 22: 100-115.
-Demerouti, Evangelia, Arnold B. Bakker, Friedhelm Nachreiner, Wilmar B. Schaufeli (2001). The job demands-resources model of burnout. Journal of Applied Psychology, 86: 499-512.
-Zapf, Dieter Norbert K. Semmer (2004). Stress und Gesundheit in Organisationen. In H. Schuler (Ed.), Organisationspsychologie – Grundlagen und Personalpsychologie. Enzyklopädie der Psychologie, Themenbereich D, Serie III (S. 1007-1112). Göttingen: Hogrefe.
Weitere Daten und Informationen zum Thema können auf der Webseite der Gesundheitsförderung Schweiz gefunden werden.

 

Medienauskünfte

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Auskunft

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Zuletzt aktualisiert

24.09.2020