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Im Jahr 2016 haben 42,7% der Bevölkerung in der Schweiz freiwillige und unbezahlte Tätigkeiten für andere ausgeführt. Die Ergebnisse werden unterschieden nach institutionalisierter Freiwilligenarbeit in Organisationen wie Sportvereinen, karitativen oder kirchlichen Institutionen und informeller Freiwilligenarbeit wie Hilfe oder Pflege für Personen ausserhalb des direkten Haushalts. Im institutionellen Rahmen engagierten sich 19,5%, im informellen Bereich 31,7%. Unterstützung in beiden Formen leisten 8,5%. Männer sind öfter im institutionellen Bereich (Männer: 21,7%, Frauen: 17,4%), Frauen hingegen häufiger im informellen Rahmen (Männer: 28,4%, Frauen: 34,9%) engagiert. Zudem scheint die Freiwilligenarbeit bei der inländischen Bevölkerung weiter verbreitet zu sein als bei der ausländischen Wohnbevölkerung mit etwa doppelt so vielen Personen, die angeben, freiwillige Arbeit geleistet zu haben.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Menschen, die an ihrem sozialen Umfeld teilhaben, in Familie, Freundeskreis und in der Gesellschaft integriert sind, sind eher gesund und leben länger als andere. Der Anteil der Bevölkerung in der Schweiz, der freiwillig und unbezahlt für andere Tätigkeiten ausführt, ist ein Aspekt der gesellschaftlichen Teilhabe, der hier gezeigt wird.

Der Indikator gibt Auskunft zu einem der übergeordneten Ziele der NCD-Strategie, „die Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Teilhabe der Bevölkerung in Wirtschaft und Gesellschaft.“

Definition

Dieser Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, der informelle und institutionalisierte Freiwilligenarbeit leistet. Die Daten zu diesem Indikator stammen aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE des Bundesamts für Statistik, die alle 3 bis 4 Jahre ein Modul zur unbezahlten Arbeit enthält (letzte Erhebung 2016).

Grundsätzlich werden zwei Fragen zu den vier Wochen vor der Befragung gestellt, die eine zu freiwilligen oder ehrenamtlichen Arbeiten in einem Verein, einer Organisation oder einer öffentlichen Institution. Die andere betrifft unbezahlte Arbeiten, die für Personen geleistet wurden, die nicht Mitglieder des eigenen Haushalts sind, wie Verwandte, Bekannte oder Nachbarn.

Seit 2016 werden die Fragen zur informellen Freiwilligenarbeit nicht mehr wie früher für alle Hilfeleistungen zusammengestellt, sondern für jede Tätigkeit, bzw. unterstützte Person einzeln. Die Resultate sind daher nur bedingt mit den Vorerhebungen vergleichbar.

Eine Erklärung der soziodemographischen Variablen findet sich im Dokument: Beschreibung der Dimensionen.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Schweizerische Arbeitskräfteerhebung SAKE, Modul unbezahlte Arbeit)
Referenzen:
- Bundesamt für Statistik (Steckbrief "Unbezahlte Arbeit")
- Wehner Theo, Stefan Güntert , Harald Mieg (2018), Freiwilligenarbeit als psychosoziale Ressource. In: Freiwilligenarbeit. Essenzielles aus Sicht der Arbeits- und Organisationspsychologie. Springer, Wiesbaden: 37-43.

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019