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Ende 2020 lag die Zahl der schweizweit geltenden Spielsperren bei 72 322. Dies sind 10 312 Spielsperren mehr als im Jahr 2019. Dieser Anstieg lässt sich insbesondere auf die Betriebsaufnahme der Online-Spielbanken zurückführen.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Geldspielgesetzes per 1.1.2019 ist es den Spielbanken nun erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen Spielbankenspiele auch online anzubieten. Dies ist aktuell bei 9 von 21 Spielbanken der Fall: Vier Spielbanken haben in der zweiten Jahreshälfte von 2019 den online Spielbetrieb aufgenommen, fünf weitere sind in der Zwischenzeit dazugekommen. 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Problematisches Spielverhalten belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Familien sowie das soziale und gesamtgesellschaftliche Umfeld. Um den sozialschädlichen Auswirkungen einer risikoreichen Geldspielnutzung vorzubeugen, sieht das Bundesgesetz über Geldspiele Spielsperren vor: Die Spielbank ist verpflichtet, eine Spielsperre auszusprechen, wenn sie aufgrund eigener Wahrnehmungen oder aufgrund von Meldungen Dritter wissen oder annehmen muss, dass eine Person überschuldet ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt oder Spieleinsätze tätigt, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen oder Vermögen stehen. Die Spielbank muss Personen auch aussperren, wenn eine Fachstelle, Behörde oder Personen aus dem nahen Umfeld ihr melden, dass die betroffene Person spielsüchtig ist. Spielerinnen und Spieler haben zudem die Möglichkeit, sich selber sperren zu lassen. Um eine Spielsperre aufzuheben, muss eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle einbezogen werden. Freiwillige Spielsperren können erst nach drei Monaten aufgehoben werden. 

Definition

Der Indikator zeigt die Zahl der zusätzlichen Spielsperren, die von den Spielbanken pro Jahr ausgesprochen werden. Diese Zahl ergibt sich aus der Differenz neuer Spielsperren minus der aufgehobenen Spielsperren. Die Daten stammen aus dem Sperrregister der Schweizerischen Spielbanken und Veranstalterinnen von Grossspielen.

Die Spielsperren können nicht abschliessend dem landbasierten oder dem Online-Betrieb zugewiesen werden, da die gesperrte Person sowohl in der landbasierten Spielbank als auch auf deren Online-Spielplattform aktiv gewesen sein und daher beiden Kategorien zugeteilt werden kann. Eine Spielsperre erstreckt sich auf alle landbasierten und online durchgeführten Spielbankenspiele sowie die online durchgeführten Grossspiele (Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele) in der Schweiz. 

Zur Definition des problematischen Geldspiels, siehe den Indikator «Risikoreiches oder pathologisches Geldspiel (Alter: 15+)».

Quelle

  • Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK): Spielsperren

Referenzen

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

13.09.2021