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10% der Bevölkerung verfügt über eine ausgezeichnete, 36% verfügt über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung hat eine problematische oder unzureichende Gesundheitskompetenz.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Die Gesundheitskompetenz geht über das Gesundheitswissen hinaus und berücksichtigt auch das Verstehen und das Anwenden von Gesundheitsinformationen. Aus gesundheitsförderlicher Sicht kann die Gesundheitskompetenz dazu beitragen, dass Menschen gesund leben, ihre Vorstellungen in Bezug auf Gesundheit einbringen und verwirklichen können. Damit ist die Gesundheitskompetenz eine Ressource, welche die soziale Chancengleichheit für gute Gesundheit erhöht und die aktive Mitwirkung  im System verbessert oder zumindest ermöglicht. Zudem ist die Gesundheitskompetenz ein Faktor, der die Nutzung der gesundheitlichen Versorgungsangebote mitbestimmt. In den letzten Jahren ist die Gesundheitskompetenz aus gesundheitsökonomischen Überlegungen stärker ins Zentrum des gesundheitspolitischen Interesses gerückt. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz ist ein wichtiges Ziel im Rahmen der Strategie „Gesundheit2020“.

Der Indikator zur Gesundheitskompetenz gibt wichtige Hinweise, wie die Fähigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen in der Bevölkerung verbreitet sind.

Definition

Der Indikator basiert auf der vom Bundesamt für Gesundheit in Auftrag gegebener Studie von Bieri et al. (2016). Die Daten stammen aus der repräsentativen Befragung dieser Studie, in der die Gesundheitskompetenz ermittelt wurde.

Die Erfassung der Gesundheitskompetenz basiert auf dem von Sorensen et al. (2013) entwickelten Gesundheitskompetenz-Fragebogen, bestehend aus 47 Fragen. Das Messinstrument hat zum Ziel, die Probleme der Bevölkerung im Umgang mit Gesundheitsinformationen zu identifizieren, wie auch das Niveau der Gesundheitskompetenz (Health Literacy) differenziert zu beschreiben. Dabei werden vier Kompetenzen (Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden) in Bezug auf drei Bereiche (Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Krankheitsbewältigung) unterschieden.

Die 47 Fragen haben je fünf Antwortkategorien: „Auf einer Skala von sehr einfach bis sehr schwierig, wie würden Sie die Einstufung der folgenden Aufgabe vornehmen…: sehr schwierig, schwierig, einfach, sehr einfach, weiss nicht“. Alle Fragen werden am Schluss zum Index "Gesundheitskompetenz" zusammengefasst. Für einen internationalen Vergleich der Gesundheitskompetenz, siehe Bieri et al. (2016).

 

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bevölkerungsbefragung "Erhebung Gesundheitskompetenz 2015", durchgeführt von gfs.bern im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit BAG (Webseite).
Referenzen:
- Bieri Urs, Jonas Ph. Kocher, Carole Gauch, Stephan Tschöpe, Aaron Venetz, Marcel Hagemann, Johanna Schwab, Sabrina Schüpbach, Alexander Frind (2016). Bevölkerungsbefragung "Erhebung Gesundheitskompetenz 2015". Bern: gfs.bern (Studie).
- Sorensen Kristine, Stefan Van den Broucke, Jürgen M. Pelikan, James Fullam, Gerardine Doyle et al. on behalf of the HLS-EU Consortium (2013). Health literacy in Europe: Measuring health literacy in populations: illuminating the design and development process of the European Health Literacy Survey Questionnaie (HLS-EU-Q). BMC Public Health. 13, 948.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.10.2018