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Der Anteil an Personen, die aus finanziellen Gründen eine notwendige Gesundheitsleistung nicht in Anspruch nehmen, liegt 2016 bei 3,6% der Schweizer Bevölkerung. Dieser Anteil ist für Männer und Frauen gleich. Wegen Änderungen in der Erhebungsmethode im 2015 sind Vergleiche mit den Werten vor 2015 nicht möglich. Die Zahlen zwischen 2007 und 2014 liegen aber relativ stabil bei rund 5%.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Alle Bevölkerungsgruppen sollen die gleichen Chancen auf eine gute Gesundheitsversorgung und auf eine optimale Lebenserwartung haben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Kindern und Jugendlichen, Personen mit tiefem Einkommen oder Bildungsstand, älteren Menschen sowie Migrantinnen und Migranten. Dennoch nehmen gewisse Bevölkerungsgruppen notwendige Versorgungsleistungen oft nicht genügend oder nicht zielgerecht in Anspruch. Der bezahlbare Zugang zu den Leistungen des Gesundheitssystems für Kranke, Behinderte und sozial Schwächere ist deshalb ein Ziel der vom Bundesamt für Gesundheit entwickelten Strategie "Gesundheit2020".

Der Indikator zeigt den Bevölkerungsanteil auf, der aus finanziellen Gründen ärztliche oder zahnärztliche Gesundheitsleistungen nicht in Anspruch genommen hat, obwohl eine solche nötig gewesen wäre und hilft entsprechende Massnahmen zu planen.

Definition

Dieser Indikator basiert auf den Daten der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC).

Die befragten Personen (ab 16 Jahren) geben an, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten eine Zahnkontrolle nicht besuchen oder eine entsprechende Behandlung nicht machen konnten, oder ob sie einen Arzt nicht besuchen oder eine Behandlung beim Arzt nicht machen konnten, obwohl sie dies nötig gehabt hätten. Bei Bejahung wird nach dem Hauptgrund für den Verzicht gefragt. Die erste der acht möglichen Antworten lautet „aus finanziellen Gründen“.

Seit 2014 wird die Stichprobe von SILC aus dem neuen Stichprobenrahmen für Personen- und Haushaltserhebungen (SRPH) gezogen. Dadurch konnten auch Personen ohne Festnetzanschluss in die Erhebung einbezogen werden. In der Folge wurde das Gewichtungsmodell überarbeitet und insbesondere durch den Einbezug neuer Registerdaten verbessert. Im Jahr 2015 wurde das Erhebungsinstrument mit Eurostat abgeglichen und zuerst gefragt, ob die Person eine Behandlung, Kontrolle etc. wirklich nötig hatte. Danach wird die Frage über den Nichtbezug nur diesen Personen gestellt. Ab 2015 können die Werte deshalb nicht direkt mit den Vorjahren verglichen werden, was in der Grafik durch den Trennstrich gekennzeichnet ist.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.10.2018