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Im Jahr 2020 lag der Anteil der Bevölkerung von 18 Jahren bis zum Rentenalter mit einer krankheitsbedingten Neurente der Invalidenversicherung (IV-Neurente) in der Schweiz bei 0,28%, was 15'004 Personen entspricht.

Vom Maximalwert im Jahr 2003 (0.53%) hat sich dieser Anteil bis 2020 fast halbiert. Die Männer zeigten über die Jahre leicht höhere Anteile als die Frauen. Innerhalb der krankheitsbedingten IV-Renten waren die psychischen Krankheiten bei der Hälfte der Fälle ursächlich beteiligt (2020: 0,14% der krankheitsbedingten Neurenten der gesamten einbezogenen Bevölkerung).

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Nichtübertragbare Krankheiten können zu einem verfrühten Ausscheiden aus der Arbeitswelt führen. Damit verbunden sind Kosten auf staatlicher, wirtschaftlicher und privater Ebene sowie im Bereich des Gesundheitssystems. Dieser Indikator zeigt die Anteile der jährlichen IV-Neurenten aufgrund verschiedener Krankheiten (psychische Krankheiten, Nervensystem, Knochen- und Bewegungsorgane, andere Krankheiten) auf.

Anhand des Indikators lässt sich das krankheitsbedingte Invalidisierungsrisiko verschiedener Bevölkerungsgruppen abschätzen.

Definition

Dieser Indikator wurde auf Basis der Daten der Invalidenversicherungsstatistik (IV-Statistik) berechnet.

Er gibt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung (Alter: 18–Rentenalter) an, der aufgrund einer Krankheit eine IV-Neurente beansprucht. Der Indikator berücksichtigt den vorzeitigen Rückzug aus der Arbeitswelt.

Die Krankheitsursache wird in folgende vier Unterkategorien aufgeteilt:

  • psychische Krankheit
  • Nervensystem
  • Knochen- und Bewegungsorgane
  • andere Krankheiten

Auf eine feinere Unterteilung wird in der IV-Statistik verzichtet, da die Codierung der einzelnen Gebrechenskategorien zum Teil mit Unschärfen behaftet ist. Zu beachten ist ferner, dass Mehrfacherkrankungen und komplexe gesundheitliche Probleme mit dem geltenden Codierungssystem nicht abgebildet werden können.

Eine Invalidenrente wird nur gewährt, wenn zuerst die Möglichkeit einer Eingliederung geprüft wurde. Der Rentenanspruch entsteht frühestens, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig war und nach Ablauf des Jahres eine Erwerbsunfähigkeit von 40% oder mehr besteht (vgl. Art. 7 ATSG). Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Der Anspruch erlischt spätestens mit dem Erreichen des Rentenalters. Geburtsgebrechen, Unfälle und Krankheiten können als Ursache vorliegen.

Die Entwicklung der Neurenten ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Die Wachstumsphase bis 2003 hängt insbesondere mit der Zunahme der Berentungen aufgrund von psychischen Erkrankungen zusammen. Hauptgründe für den kontinuierlichen Rückgang der Neuberentungen ab 2004 sind die Errichtung der regionalen ärztlichen Dienste (4. IV-Revision), die restriktivere Praxis der IV-Stellen bei den Rentenzusprachen sowie die positive Wirkung der mit der 5. IV-Revision neu eingeführten Eingliederungsinstrumente, die auf eine frühzeitige Erfassung von invaliditätsgefährdeten Versicherten abzielen. Detailliertere Analysen zur Bedeutung der verschiedenen Einflussfaktoren sind im Rahmen der IV-Forschungsprogramme erarbeitet worden.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV): Forschungsprogramme zur IV 
  • Bundesgesetz über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1): ATSG.
  • Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (SR 831.20): IVG.
  • IV-Statistik (Jahresberichte 2014-2020). Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern: Berichte.
  • Leistungen der Invalidenversicherung. Informationsstelle AHV/IV in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern: Merkblatt.

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

27.07.2021