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In der Schweiz haben die jährlichen Abwesenheiten der Arbeitnehmenden wegen Krankheit oder Unfall zwischen 2010 und 2020 von 44,3 auf 55,4 Stunden zugenommen. Insbesondere im Jahr 2020 lässt sich ein starker Anstieg gegenüber dem Vorjahr erkennen (+7,2 Std). Die Absenzen von 2020 müssen auch im Licht der Covid-19-Pandemie gesehen werden. 

Sowohl bei den Vollzeit- als auch Teilzeitpensen verzeichnen Frauen (Vollzeit: 71,6 Std; Teilzeit: 40,3 Std) 2020 eine höhere jährliche Dauer der Absenzen als Männer (Vollzeit: 64,1 Std; Teilzeit: 37,6 Std). Weil Männer aber häufiger im Vollzeitpensum arbeiten als Frauen, haben Männer mit 58,6 Stunden insgesamt mehr Absenzen als Frauen (51,9 Std). 

Die Absenzen am Arbeitsplatz können verschiedene Ursachen haben. Die vorliegenden Daten erlauben nicht, zwischen Absenzen wegen Krankheit oder Unfall zu differenzieren. Zudem lässt sich weder das durchschnittliche Alter noch die Art der Tätigkeit beschreiben.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Krankheits- und unfallbedingte Arbeitsabwesenheiten informieren über die Einbusse an Produktivität in einer Gesellschaft. Damit geben sie Aufschluss über volkswirtschaftliche Kosten von Krankheiten und Unfällen. Absenzen können andererseits auf negative Gesundheitsfolgen der Arbeit hinweisen.

Die NCD-Strategie der Schweiz will die „Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Teilhabe der Bevölkerung in Wirtschaft und Gesellschaft“ fördern. Der Umfang krankheitsbedingter Arbeitsabsenzen ist ein Messpunkt im Hinblick auf dieses Ziel.

Definition

Dieser Indikator zeigt die jährlichen krankheits- und unfallbedingten Arbeitsabwesenheiten der Arbeitnehmenden pro Arbeitsstelle in Stunden.

Absenzen entsprechen dem Zeitraum, während dem eine Person normalerweise am Arbeitsplatz hätte sein müssen, es jedoch nicht war.

Der Indikator wird aus der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erstellt. Diese Synthesestatistik bezieht die Angaben aus verschiedenen anderen Quellen, vor allem aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des BFS. Aus der SAKE stammen auch die Fragen zur Absenz wegen Krankheit oder Unfall (in Halbtagen oder Tagen, bezogen auf die vier Wochen vor der Befragung). SAKE ist eine Befragung der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren anhand einer repräsentativen Stichprobe mit jährlich rund 120 000 Interviews.  

Quelle

Referenzen

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

13.09.2021