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2016 bieten in der Schweiz 47,1% der untersuchten Institutionen des Freiheitsentzuges einen anonymen Zugang zu Präservativen an und 14,3% verfügen über ein Spritzenaustauschprogramm. In 84,3% der Institutionen gibt es die Möglichkeit von Substitutionsbehandlungen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Personen in Institutionen des Freiheitsentzuges haben Anrecht auf denselben Zugang zur medizinischen Grundversorgung wie die übrige Bevölkerung. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten stellen deshalb Institutionen des Freiheitsentzuges unter anderem in präventiver Hinsicht eine Gesundheitsversorgung sicher, die sich an einheitlichen Qualitätsstandards orientiert. Personen im Strafvollzug gehören in Bezug auf die Gesundheit einer Risikogruppe an. Dies hat verschiedene Gründe. Unter anderem geht man in Europa davon aus, dass bis zu 70% aller Insassen in Institutionen des Freiheitsentzuges illegale Drogen konsumiert haben. Da sie oft riskante Verhaltensweisen zeigen wie intravenösen Substanzkonsum oder die Beschaffung über ungeschützten Sex, sind präventive Massnahmen in Institutionen des Freiheitsentzuges ebenso wichtig wie ausserhalb dieser Institutionen.​ Mit einem Angebot an sauberen Nadeln und Kondomen kann der Übertragung von Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis B und C vorgebeugt werden. Zudem kann durch den Zugang zu Substitutionsbehandlungen der physische und psychische Gesundheitszustand der Personen im Freiheitsentzugs verbessert werden.

Definition

Der Indikator zeigt den Anteil der Institutionen des Freiheitsentzuges mit Zugang zu Substitutionsangeboten, Spritzentausch oder Kondomabgabe an der Gesamtheit der an der Befragung teilnehmenden Institutionen des Freiheitsentzuges.

Institutionen des Freiheitsentzuges können verschiedene Arten von Institutionen einschliessen wie zum Beispiel Justizvollzugsanstalten (JVA), Untersuchungsgefängnisse und Kliniken. Im vorliegenden Indikator wird zur Vereinfachung von Institutionen des Freiheitsentzuges gesprochen. Substitutionsangebote beinhalten den Zugang zu alternativen Substanzen wie beispielsweise Methadon, Subutex oder Sevre-Long.

Ende 2016 gibt es gesamthaft 111 Institutionen des Freiheitsentzuges in der Schweiz mit 7'343 Haftplätzen und einem Total von 6'932 Insassen (Männer, Frauen, Jugendliche). Die Santé Prison Suisse (SPS)-Datenbank, welche die Datengrundlage dieses Indikators bildet, deckt 66 (59,5%) aller 2016 vorhandenen Gefängnisse mit 5'980 Plätzen (81.4% aller Plätze) ab. Im Durchschnitt sind diese gut belegt, d.h. zwischen 90 und 95%.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quelle: Schweizerisches Kompetenzzentrum für den Justizvollzug SKJV (Datenbank Santé Prison Suisse (SPS) zur Gesundheitsversorgung in den Justizvollzugseinrichtungen der Schweiz).

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

12.11.2019