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In der Schweiz nutzen 3,0% der Bevölkerung ab 15 Jahren im Jahr 2017 das Internet in einer Form, die als problematisch definiert wird (siehe Definition). Es sind mehr Männer (3,5%) als Frauen (2,5%) betroffen. Der Anteil Personen mit einer problematischen Nutzung nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Ausländerinnen und Ausländer sowie Personen mit einer tieferen Bildung nutzen das Internet häufiger in einem problematischen Ausmass.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Mit der weit verbreiteten Nutzung von Internet und sozialen Medien entwickelten sich auch neue Suchtformen wie beispielsweise eine gesundheitlich problematische Internetnutzung. Dies hat zur Folge, dass sich auch die Gesellschaft in den letzten Jahren immer stärker mit diesen neuen Suchtformen auseinandersetzen und Gegenmassnahmen ergreifen muss.

Aus Sicht der Strategie Sucht wird dem Thema Internetnutzung besondere Aufmerksamkeit geschenkt, denn es ist ein wichtiges Anliegen, flexibel auf neue Gefährdungen mit entsprechenden Präventions- und auch Therapieangeboten reagieren zu können. 

Definition

Dieser Indikator wurde 2017 auf Basis der Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) berechnet.
Er zeigt den Anteil der Personen ab 15 Jahren mit problematischer Internetnutzung. Die Erfassung der problematischen Internetnutzung basiert auf der Skala CIUS (Compulsive Internet Use Scale), die den Grad der problematischen Internutzung misst. Für 2017 wird die 8-Item-Kurzform des CIUS gemäss Gmel et al. (2019) angewendet, welche folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Schwierigkeiten, die Internetnutzung zu kontrollieren
  • die Internetnutzung wird vorgezogen, anstatt mit anderen Zeit zu verbringen
  • Schlafmangel wegen der Internetnutzung
  • ein starker Wunsch, das Internet zu nutzen
  • immer häufigere und längere Internetnutzung
  • Vernachlässigung von anderen Aktivitäten aufgrund der Internetnutzung
  • Internetnutzung aufgrund Traurigkeit oder Deprimiertheit
  • Ruhelosigkeit, Frustration, wenn man nicht online gehen kann

Pro Person wird für jeden dieser acht Aspekte ein Wert auf einer Skala von 0-4 ermittelt. Überschreitet die Summe einen definierten Wert (Cut-Off von 14 Punkten), so wird das Verhalten als problematische Internetnutzung interpretiert.

Für die Jahre 2013 und 2015 wurde im Suchtmonitoring die 14-Item-Form des CIUS angewendet. Um die Ergebnisse mit der SGB 2017 vergleichbar darzustellen, werden die Ergebnisse der 8-Item-Kurzform gezeigt. Es ist zu beachten, dass es daher Abweichungen zu den Berichten des Suchtmonitorings geben kann.

Eine Erklärung der soziodemographischen Variablen findet sich im Dokument: Beschreibung der Dimensionen

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Schweizerische Gesundheitsbefragung);  Suchtmonitoring Schweiz (CoRolAR)
Referenzen: Gmel G., Khazaal Y., Studer J., Baggio S., Marmet S. (2019). Development of a short form of the compulsive internet use scale in Switzerland. International Journal of Methods in Psychiatric Research, 28(1) (Studie).
Weitere Informationen zum Thema können unter folgender Quelle gefunden werden: Marmet, S., Notari L., Gmel, G. (2015). Suchtmonitoring Schweiz - Themenheft Internetnutzung und problematische Internetnutzung in der Schweiz im Jahr 2015. Sucht Schweiz, Lausanne, Schweiz (Themenheft).
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
 

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

09.06.2020