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2012 hat ein Anteil von 1,1% der Schweizer Bevölkerung ein problematisches oder pathologisches Geldspielverhalten. Dieses Verhalten fällt im Vergleich zu den anderen Geldspielverhalten sehr klein aus.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

In der Schweiz werden verschiedene Formen des Geldspiels, beispielsweise Spiele an Geldspielautomaten, Pokerpartien, Sportwetten oder Lotteriespiele häufig genutzt. Neben Personen, die über einen risikoarmen oder moderat risikoreichen Umgang mit dem Geldspiel verfügen, gibt es pathologisch und problematisch Spielende. Betroffene, welche die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren, orientieren oft ihren gesamten Alltag am Geldspiel. Dieses Verhalten kann gravierende Folgen für das familiäre und berufliche Umfeld haben. Häufig entstehen finanzielle Probleme im Zusammenhang mit der Spielsucht. Typische Eigenschaften von pathologischen Spielern sind der Verlust des Realitätsbezuges und die Verleugnung von Problemen. Der Schutz der Spielenden vor den sozial schädlichen Auswirkungen des Spielbetriebs ist ein zentrales Anliegen, das im Spielbankengesetz verankert ist.

Der Indikator gibt einen Hinweis auf die Belastung der Population durch das problematische und pathologische Geldspielverhalten und hilft, präventive Massnahmen und Interventionen zu planen.

Definition

Dieser Indikator basiert auf der Studie von Eichenberger und Rihs-Middel (2014). In Anlehnung an Tomei et al. (2009) ermittelt diese Studie das Geldspielverhalten mittels dem erweiterten LieBet (ELB). Die Daten stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, welche angeben pathologisch oder problematisch  Geldspiel zu spielen, im Vergleich zu den anderen Spielverhalten (moderat-riskant/risikoarm/nie im Leben).

Der Indikator beruht auf drei Fragen (SGLSP10; SGLSP11; SGLSP12) der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB). Die Fragen berücksichtigen das Verheimlichen des Geldspiels, das Bedürfnis, mit immer höherem Geldeinsatz zu spielen, sowie der Umgang mit Kritik zum eigenen Spielverhalten. Personen verfügen über ein pathologisches oder problematisches Spielverhalten, wenn mindestens zwei Fragen aufgrund des Geldspiels bejaht werden. Über ein moderat-riskantes Verhalten verfügen Personen, die bereits einmal in ihrem Leben Geldspiele gemacht haben und eine Frage bejaht haben. Risikoarme Spielende dagegen verfügen über keines der drei Probleme.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen:
- Eichenberger Yvonne & Margret Rihs-Middel (2014). Glücksspiel: Verhalten und Problematik in der Schweiz. Villars-sur-Glâne: Ferarihs (Studie).
- Bundesamt für Statistik (Schweizerische Gesundheitsbefragung)
 
Referenzen:
- Tomei Alexander, Hardegger Sophie, Tichelli Emmanuel & Margret Rihs-Middel (2009). Validation du test LBE en langue française pour le dépistage du jeu pathologique dans la population adulte. Schlussbericht. Villars-sur-Glâne: Ferarihs.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.10.2018