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In den Jahren 2010/2011 lag der durchschnittliche tägliche Salzkonsum der Frauen in der Schweiz bei 8 Gramm und derjenige der Männer bei 10,8 Gramm. Der Salzkonsum der Bevölkerung ab 15 Jahren lag damit insgesamt deutlich über den international empfohlenen 5 Gramm pro Tag.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Eine Einschränkung des Salzkonsums auf 3 bis 5 Gramm pro Tag kann bei Bevölkerungsgruppen mit Bluthochdruck eine Verminderung des Blutdrucks bewirken. Ein hoher Salzkonsum wird mit überzeugender Evidenz als Risikofaktor bei Herzkreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt oder Hirnschlag eingestuft. Zudem besteht ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen einem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt daher, den durchschnittlichen Salzkonsum auf Populationsebene auf 5 g pro Kopf und Tag zu senken.

Die Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten in der Schweiz übernimmt diese Empfehlungen und will die Bevölkerung durch Sensibilisierung und Stärkung der Eigenverantwortung zu weniger Salzkonsum bewegen. Zusammen mit der Nahrungsmittelindustrie strebt der Bund eine stufenweise Salzreduktion in verschiedenen Produkten an. 

Definition

Der Indikator zeigt den durchschnittlichen Salzkonsum pro Tag in Gramm bei Personen ab 15 Jahren.

Der Indikator basiert auf den Daten der Studie von Chappuis et al. (2011). Erhebungen zum Salzkonsum über Befragungen oder Ernährungstagebücher sind aufgrund falscher Angaben oder falscher Nährstofftabellen häufig fehlerhaft. Stattdessen empfehlen internationale Expertengruppen und die WHO den Salzkonsum über Salzausscheidung im Urin anzunähern. Dazu wurde 2010-2011 eine landesweite Erhebung zur Ermittlung der durchschnittlichen Salzzufuhr anhand des 24-Stunden-Sammelurins durchgeführt.

Die Proben wurden in einer Zufallsstichprobe von 1'448 Personen ab 15 Jahren aus elf Zentren in neun Kantonen (Basel, Freiburg, Genf, Luzern, St. Gallen, Tessin, Waadt, Wallis, Zürich), welche alle drei Sprachregionen (Französisch, Deutsch und Italienisch) der Schweiz abdecken, erhoben.

Quellen

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Salzmonitoring

Referenzen

  • Chappuis, A. et al.  (2011). Swiss survey on salt intake: main results. Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne (englisch).
    Die Studie wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit durchgeführt.
  • World Health Organization (WHO)/Pan American Health Organization (PAHO) (2010). Regional expert group for cardiovascular disease prevention through population-wide dietary salt reduction. Protocol for population level sodium determination in 24-Hour urine samples. Report (englisch).

Weiterführende Informationen

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Früheres Monitoring-System Ernährung und Bewegung MOSEB, Indikator
  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): menuch
  • Cogswell ME, Maalouf J, Elliott P, Loria CM, Patel S, Bowman BA (2015). User of urine biomarkers to assess sodium intake: challenges and opportunities. Annu. Rev. Nutr. 35: 349-87: Study (englisch).

Medienauskünfte

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Zuletzt aktualisiert

12.11.2019