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In der Schweiz zählt man 2017 9,2 Spitalaufenthalte pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner in Zusammenhang mit einer substanzbedingten Störung (beispielsweise Entzugssyndrome oder psychische Störungen). Verglichen mit 2012 hat es keine Änderungen gegeben. Die häufigsten substanzbedingten Spitalaufenthalte kommen bei Abhängigkeitssymptomen (6,0 pro 1000 Einwohner/-innen) vor, gefolgt von schädlichem Gebrauch (2,7 pro 1000 Einwohner/-innen). Die Rate der akuten Intoxikationen, die mit einem Spitalaufenthalt verbunden sind, liegt bei 1,2 pro 1000 Einwohner/-innen, die Rate der Entzugssyndrome bei 0,5 pro 1000 Einwohner/-innen. Im Total, wie auch für jede Störungsform einzeln werden deutlich weniger Frauen als Männer substanzbedingt in ein Spital aufgenommen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Konsum von psychoaktiven Substanzen kann schädliche Auswirkungen haben. Eine negative Folge zeigt der vorliegende Indikator auf, der die Spitalaufenthalte in Zusammenhang mit einer substanzbedingten Störung zählt. Berücksichtigt wird eine Reihe illegaler (beispielsweise Opioide und Cannabinoide) und legaler (beispielsweise Alkohol und Tabak) Substanzen. Der Indikator gibt auch Auskunft (Wahlmöglichkeit) über die Form der Störung.

Kenntnisse über Art und Umfang der Behandlungen in Akutspitälern und psychiatrischen Kliniken bilden die Grundlage für die in der Strategie Sucht angestrebte Vernetzung von medizinisch-psychiatrisch ausgerichteten Leistungserbringern und jenen aus dem sozialmedizinischen und psychosozialen Bereich.

Definition

Dieser Indikator wurde mit den Daten der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser berechnet.

Er gibt die Rate der Spitalaufenthalte aufgrund einer substanzbedingten Störung in somatischen oder psychiatrischen Kliniken pro 1000 Einwohner/-innen wieder. Die Daten wurden nach der Altersstruktur der europäischen Standardbevölkerung 2010 (Eurostat 2013) standardisiert.

Für das Total wurden alle Fälle berücksichtigt, die eine Haupt- oder Nebendiagnose der ICD-10-Gruppe F10-F19 (Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen) aufweisen. In der Abbildung werden das Total und die fünf wichtigsten Kategorien gezeigt, jedoch keine Unterteilung nach Substanz. Die Personen wurden anhand der Diagnose zum Zeitpunkt des Spitalaustrittes eingestuft.

Folgende Substanzen wurden berücksichtigt (Einteilung gemäss ICD-10: F10-F19):

  • Alkohol
  • Opioide
  • Cannabinoide
  • Sedativa oder Hypnotika
  • Kokain
  • Andere Stimulanzien
  • Halluzinogene
  • Tabak
  • Flüchtige Lösungsmittel
  • Multipler Substanzgebrauch und andere psychotrope Substanzen

Die Umsetzung der KVG-Revision Spitalfinanzierung und die damit verbundene Neudefinition des Behandlungsfalls für die nach SwissDRG vergüteten Leistungen (Akutsomatik) haben zu einem Bruch in der Zeitreihe zwischen 2011 und 2012 geführt. Aus diesem Grund werden lediglich die Jahre ab 2012 dargestellt.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019