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Im Jahr 2018 zählt man in der Schweiz 9,6 Spitalaufenthalte pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner in Zusammenhang mit einer substanzbedingten Störung (Haupt- oder Nebendiagnose). Verglichen mit 2012 ist der Trend leicht ansteigend. Die häufigsten davon sind im Zusammenhang mit Alkohol (5,9 pro 1000 Einwohner/-innen) zu verzeichnen, gefolgt von Tabak (2,0 pro 1000 Einwohner/-innen). Ein Abhängigkeitssyndrom ist bei allen Substanzen bei weitem die häufigste Diagnose. Im Total, wie auch für fast jede Substanz einzeln werden deutlich weniger Spitaleintritte im Zusammenhang mit substanzbedingten Störungen bei Frauen als bei Männern erfasst. Die Ausnahme sind Sedativa oder Hypnotika.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Konsum von psychoaktiven Substanzen kann schädliche Auswirkungen haben. Der vorliegende Indikator, der die Spitalaufenthalte in Zusammenhang mit einer substanzbedingten Störung zählt, weist auf bestimmte Folgen hin. Berücksichtigt wird eine Reihe illegaler (beispielsweise Opioide und Cannabinoide) und legaler (beispielsweise Alkohol und Tabak) Substanzen. Der Indikator gibt auch Auskunft (Wahlmöglichkeit) über die Form der Störung.

Kenntnisse über Art und Umfang der Behandlungen in Akutspitälern und psychiatrischen Kliniken bilden die Grundlage für die in der Strategie Sucht angestrebte Vernetzung von medizinisch-psychiatrisch ausgerichteten Leistungserbringern und jenen aus dem sozialmedizinischen und psychosozialen Bereich.

Definition

Dieser Indikator wurde mit den Daten der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser berechnet.

Er gibt die Rate der Spitalaufenthalte aufgrund einer substanzbedingten Störung in somatischen oder psychiatrischen Kliniken pro 1000 Einwohner/-innen wieder. Die Daten wurden nach der Altersstruktur der europäischen Standardbevölkerung 2010 (European Commission 2013) standardisiert.

Für das Total wurden alle Fälle berücksichtigt, die eine Haupt- oder Nebendiagnose der ICD-10-Gruppe F10-F19 (Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen) aufweisen. 

In der Abbildung werden das Total und die sechs wichtigsten Substanzen gezeigt. Die Personen wurden anhand der Diagnose zum Zeitpunkt des Spitalaustrittes eingestuft.

Folgende Substanzen wurden berücksichtigt (Einteilung gemäss ICD-10: F10-F19):

  • Alkohol
  • Opioide
  • Cannabinoide
  • Sedativa oder Hypnotika
  • Kokain
  • Andere Stimulanzien
  • Halluzinogene
  • Tabak
  • Flüchtige Lösungsmittel
  • Multipler Substanzgebrauch und andere psychotrope Substanzen

Die Umsetzung der KVG-Revision Spitalfinanzierung und die damit verbundene Neudefinition des Behandlungsfalls für die nach SwissDRG vergüteten Leistungen (Akutsomatik) haben zu einem Bruch in der Zeitreihe zwischen 2011 und 2012 geführt. Aus diesem Grund werden lediglich die Jahre ab 2012 dargestellt.

Zu beachten ist die veränderte Codierpraxis bei den Nebendiagnosen, wie sie auch bei Marmet et al. (2017, S. 9-10) beschrieben wird, die zu einer Überschätzung der Zunahme führen kann.

Quellen

Referenzen

  • Marmet, S., et al. (2017). Hospitalisierungen aufgrund von Alkoholintoxikation oder Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen – Eine Analyse der Schweizerischen „Medizinischen Statistik der Krankenhäuser“ 2003 bis 2014 (Forschungsbericht Nr. 92). Sucht Schweiz, Lausanne: Bericht
  • Revision of the European Standard Population — Report of Eurostat's task force (2013). European Commission. Luxembourg: Publications Office of the European Union, p. 121: Bericht (englisch)

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

12.02.2021