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2014 wurde die Hälfte der Kinder während mindestens 30,5 Wochen (Median der Stilldauer) nach ihrer Geburt gestillt (zusätzlich weitere Getränke und Beikost möglich). Die andere Hälfte wurde weniger als 30,5 Wochen gestillt. Ausschliesslich durch Muttermilch ernährt wurden 50% der Kinder im Mittel während 12 Wochen (Median der Stilldauer).

Unterschiedliche Lebensbedingungen können die Stilldauer beeinflussen. Beispielsweise wird die Hälfte der Kinder von Müttern, die zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig waren, im Mittel während 26,1 Wochen gestillt. Im Gegensatz dazu wird die Hälfte der Kinder von (noch) nicht erwerbstätigen Müttern mit 34,8 Wochen deutlich länger gestillt.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Stillen hat gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. So senkt es das Risiko des Kindes, später übergewichtig zu werden oder einen Diabetes (Typ 1 oder 2) zu entwickeln. Auch wurde in Studien unter anderem ein geringeres Auftreten verschiedener Infektionskrankheiten und von Leukämie ausgewiesen. Mütter, die stillen, sind besser geschützt gegen Diabetes Typ 2 und Brustkrebs.

In der Schweiz empfehlen die Fachgesellschaften ausschliessliches Stillen während der ersten (4) bis 6 Monate, die schrittweise Einführung von Beikost ab dem (5.) bis 7. Monat. Damit weichen die Empfehlungen leicht von denjenigen der WHO ab, die sich für ausschliessliches Stillen im ersten Lebenshalbjahr einsetzt.

Dieser Indikator steht im Zusammenhang mit der Verringerung der verhaltensbezogenen Risikofaktoren.

Definition

Der Indikator zeigt die mittelere Stilldauer anhand des Median (Zeitpunkt zu dem die Hälfte der Kinder gestillt werden) in Wochen für das Stillen und das ausschließliche Stillen. Stillen wird dabei folgendermassen definiert: das Kind erhält Muttermilch, evtl. zusätzlich Tee, Wasser, Säuglingsmilch oder Beikost. Beim ausschliesslichen Stillen erhält das Kind nur Muttermilch (ohne Tee, Wasser oder Säuglingsmilch).

Die Daten des Indikators stammen aus der Swiss Infant Feeding Study (SWIFS). SWIFS ist eine Querschnittstudie und erfolgte mittels eines schriftlichen postalischen Fragebogens. Sie basiert auf einer repräsentativen Stichprobe (Fallzahlen: 1994: 2098; 2003: 2919; 2013: 1535) von Müttern mit Kindern zwischen 0‐11 Monaten aus der deutsch‐, französisch‐ und italienischsprachigen Schweiz.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen:
- Gross Karin, Anna Späth, Julia Dratva, Elisabeth Zemp Stutz (2015): SWIFS – Swiss Infant Feeding Study. Eine nationale Studie zur Säuglingsernährung und Gesundheit im ersten Lebensjahr. Basel/Bern: Swiss TPH/BAG (Studie).
- Dratva Julia, Sonja Merten (2004). Säuglingsernährung in den ersten 9 Lebensmonaten. Nationale Studie 2003. Schlussbericht. 2004. Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel: Basel.
Referenzen:
-UNICEF. STILLEN: Gesündere Mütter und Kinder - ein Leben lang. Zusammenstellung des Wissensstand zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Stillens. Herausgegeben von UNICEF (Bericht).
-WHO (2001). The optimal duration of exclusive breastfeeding. Report of an Expert Consultation. Weltgesundheitsorganisation: Genf (Bericht in Englisch).
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019