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In der Schweiz hat sich die Nachfrage nach Behandlungen bei Problemen mit dem Konsum von Alkohol, Cannabis, Kokain und Opioiden (u.a. Heroin und Morphin) zwischen 2013 und 2018 unterschiedlich entwickelt. Während weniger Menschen um eine Behandlung bei Alkoholproblemen nachfragen (Index 2013-2018: -10,3%), wird für Kokain insbesondere ab 2015 eine deutliche Zunahme beobachtet (Index 2013-2018: +60,3%). Für cannabisbezogene Probleme weist die Nachfrage einen schwankenden Verlauf ohne klare Tendenz auf (Index 2013-2018: +2,8%). Bei Opioidproblemen zeigt die Nachfrage eine abnehmende Tendenz nach einer leichten Zunahme zwischen 2013 und 2014 (Index 2013-2018: -22,4%). 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Indikator bezieht sich auf Menschen, die wegen ihres problematischen Konsums von Alkohol, Cannabis, Kokain oder Opioiden nach professioneller Hilfe suchen. Die Daten werden bei Eintritt erfasst. Die Prävalenz suchtbetroffener Menschen statistisch zu schätzen, ist herausfordernd. Deshalb stellt die Entwicklung der Behandlungsanfragen eine wichtige zusätzliche Informationsquelle dar. Damit lassen sich die Tendenzen in der Verbreitung des problematischen Substanzkonsums abschätzen. Die Entwicklung über Art und Umfang der Behandlungsanfragen weist indirekt auf die Konsumtrends der betreffenden Substanzen Alkohol, Cannabis, Kokain und Opioide hin.

Definition

Der Indikator zeigt die Entwicklung der problembezogenen Behandlungsnachfragen im Bereich der Suchthilfe, aufgeteilt in die Hauptproblemsubstanzen Alkohol, Opioide, Kokain und Cannabis.

Der Indikator wird im Rahmen des Monitoring-Netzwerks act-info erhoben. act-info (The information network on addiction care and therapy in Switzerland) fasst die fünf im Bereich der Suchtberatung und -therapie geführten Statistiken in der Schweiz zusammen:

  • SAMBAD (Statistik der ambulanten Behandlung und Betreuung im Alkohol- und Drogenbereich)
  • act-info-Residalc (Statistik der stationären Behandlung der Alkoholabhängigkeit in der Schweiz)
  • act-info-FOS (Forschungsverbund stationäre Suchttherapie)
  • HeGeBe (heroingestützte Behandlung)
  • Substitution (nationale Substitutionsstatistik)

Die Beteiligung am act-info-Monitoring ist für eine Mehrzahl der Einrichtungen freiwillig. Es bestehen daher beträchtliche Schwankungen in der Teilnahme. Um entsprechende Teilnahmeeffekte zu vermeiden, wurden für diesen Indikator nur jene Einrichtungen berücksichtigt, die über die Beobachtungszeit 2013 bis 2018 Daten in konstanter Weise lieferten. Durch die Indexierung der ermittelten absoluten Zahlen können die Tendenzen der Behandlungsnachfrage unabhängig von ihrem Umfang abgebildet werden.

Beim dargestellten Index wurde 2013 als Basisjahr genommen und mit der Zahl 100 gleichgesetzt wird. Ein Indexwert von 105 entspricht demnach einem Anstieg von 5% gegenüber dem Wert der Referenzperiode. 

Ausserdem ist zu beachten, dass der Bereich der Substitutionsbehandlungen nicht einbezogen wurde, da die Information über die Teilnahmekonstanz bis 2015 nicht verfügbar war. Unter diesen Bedingungen konnten für diese Berechnungen 76.5% der von act-info registrierten Fälle mit einer Angabe zum Hauptproblem berücksichtigt werden.

Quellen

  • Sucht Schweiz. Monitoring-Netzwerk act-info: Webseite

Weiterführende Informationen

  • act-info Jahresberichte 2004-2018. Suchtberatung und Suchtbehandlung in der Schweiz. Ergebnisse des Monitoringsystems. Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

01.12.2020