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Im Jahr 2017 lag in der Schweiz der Anteil der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren bei 11,7%, derjenige der adipösen bei 3,3%, ohne grössere Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Bei keiner der Gewichtsgruppen nach Body-Mass-Index (BMI) gibt es relevante Altersunterschiede. Über die Zeit blieben die Anteile der übergewichtigen (1999: 14,5%; 2017: 11,7%) und adipösen Kinder und Jugendlichen (1999: 2,2%; 2017: 3,3%) relativ stabil.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Übergewicht und vor allem Adipositas (starkes Übergewicht) zählen zu den Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Mellitus Typ 2, einige Krebsformen und muskuloskelettale Erkrankungen. Auch besteht eine Assoziation mit psychischer Gesundheit und Lebensqualität. Für adipöse Kinder gilt, dass sie auch im Erwachsenenalter häufiger übergewichtig oder adipös sind und entsprechende Folgeerkrankungen haben. Daher hat eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern eine besonders grosse Bedeutung. Neben Ernährung und Bewegung müssen jedoch weitere Entstehungsfaktoren von Adipositas wie Stress, Schlafmangel, Medikamentenkonsum, Hormonhaushalt, Mikrobiom und Genetik in Betracht gezogen werden.

Definition

Der Body Mass Index BMI wird berechnet aus Daten zum Gewicht und der Länge eines Kindes (Gewicht in kg/Länge in m2). Bei den Daten, die diesem Indikator zugrunde liegen, wurden Gewicht und Länge jeweils im Rahmen einer Querschnittsstudie gemessen.

Zur Bestimmung der Kategorien wurden internationale Vergleichstabellen (World Obesity – früher IOTF, bzw. Cole et al., 2000) beigezogen. Die Kurven waren auf Werte im Alter von 18 Jahren normiert worden. Im Alter von 18 Jahren repräsentieren: BMI < 18,5 Untergewicht, BMI 18,5–25 Normalgewicht, BMI 25–30 Übergewicht und BMI > 30 Adipositas.

Die Daten müssen relativiert werden. Zwar wurden die teilnehmenden Schulen repräsentativ für die verschiedenen Regionen der Schweiz ausgewählt, die Teilnahme der Kinder war aber freiwillig. Dies könnte dazu geführt haben, dass insbesondere Kinder teilgenommen haben, deren Eltern an der Thematik interessiert sind und dass der Anteil Übergewichtiger und Adipöser unterschätzt wird. Bei den Erhebungen 2007 und 2012 nahmen 75% der angefragten Kinder und Jugendlichen teil, 2017 nur noch 55%.

Vollerhebungen des BMI von Schulkindern in den Städten Bern, Basel und Zürich werden im BMI-Monitoring von Gesundheitsförderung Schweiz zusammen mit den Schulärztlichen Diensten seit dem Schuljahr 2005/06 durchgeführt. Diese Daten liefern ein differenziertes Bild der Entwicklung von Übergewicht und Adipositas über die Zeit nach Schulstufe, Geschlecht und sozialer Herkunft. Die Daten können als Ergänzung zu den hier vorliegenden Daten verwendet werden.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quelle: ETH Zürich – Labor für Humanernährung
Referenzen:
​- Aeberli I, Henschen I, Molinari L, Zimmermann M B (2010). Stabilization of the prevalence of childhood obesity in Switzerland. Swiss Medical Weekly. 140:w13046 (Studie).
​- Cole TJ, Bellizzi MC, Flegal KM, Dietz WH.(2000). Establishing a standard definition for child overweight and obesity worldwide: international survey. British Medical Journal. 2000 May 6;320(7244):1240-3 (Studie).
- BMI-Monitoring. Gesundheitsförderung Schweiz (Webseite)
Weitere Daten und Informationen zum Thema können auf der Webseite HBSC Schweiz gefunden werden.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Zuletzt aktualisiert

12.11.2019