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2018 liegt in der Schweiz die Zahl der polizeilich erfassten Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgrund des Konsums von psychoaktiven Substanzen bei knapp 36‘000. In den Jahren zuvor lag sie bei etwa 38'000 Fällen. Vor 2013  wurden 43‘000 bis 45‘000 Verstösse pro Jahr gezählt. Die Änderungen 2013 und 2018 liegen nicht primär an einer Änderung des Konsums, sondern an der Änderung der Ahndung des Cannabisbesitzes und –konsums durch die Polizei. Seit 2013 ist es möglich, Ordnungsbussen für Cannabiskonsum auszustellen, die nicht als strafrechtlich verfolgte Verstösse dokumentiert werden. Der Besitz von Kleinstmengen zum eigenen Gebrauch wird seit einem Bundesgerichtsurteil 2017 nicht mehr bestraft.

Die meisten Verstösse wegen Betäubungsmitteln betreffen immer noch den Konsum von Cannabis. Für das Jahr 2018 beträgt deren Anteil 55% an allen Verstössen. Den zweithöchsten Anteil haben die Stimulanzien. In der Kategorie mit mehreren Substanzgruppen (17%) können ebenfalls Verstösse aufgrund von Hanfprodukten enthalten sein.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Informationen zum Konsum von psychoaktiven Substanzen sind schwer direkt zu erfragen. Um Trends zu diesem gesundheitsschädigenden Verhalten zu schätzen, ist es deshalb sinnvoll, auch indirekte Informationen beizuziehen, wie z.B. die Anzahl Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz wegen Besitz zum Eigengebrauch.

Definition

Der Indikator zeigt die Zahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgrund des Konsums von illegalen Betäubungsmitteln.

Die Zahlen stammen aus der polizeiliche Kriminalstatistik. In diese Statistik fliessen alle von der Polizei registrierten Straftaten zu Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, darunter auch die Verstösse aufgrund des Konsums. Die Verstösse werden nach Substanzen kategorisiert und deren Anteile ausgewiesen. Die Statistik bildet nicht das tatsächliche Kriminalitätsvorkommen ab, sondern die von der Polizei aufgezeichnete Kriminalität. Die Dunkelziffer kann je nach Substanz verschieden sein.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Polizeiliche Kriminalstatistik)

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Zuletzt aktualisiert

12.11.2019