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Zwischen 1995 und 2015 ist in der Schweiz die Wahrscheinlichkeit, zwischen 30 und 70 Jahren an einer der vier Krankheiten Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes und chronischen Atemwegkrankheiten zu sterben, von 13,5% auf 8,3% gesunken.

In der Schweiz haben die Frauen über die ganze Zeit ein geringeres (1995: 9,4% / 2015: 6,4%), Männer ein höheres Risiko (1995: 18,0% / 2015: 10,2%).

Zwischen 30 und 70 Jahren verursachen Krebskrankheiten die meisten Todesfälle (absolute Zahl); insgesamt verstarben 5727 Personen im Jahr 2015 daran. An zweiter Stelle folgen die Herz-Kreislaufkrankheiten mit 2224 verstorbenen Personen im selben Jahr. Deutlich geringer ist die Zahl der vorzeitig Verstorbenen an chronischen Atemwegkrankheiten mit 425 und an Diabetes mit 180 Todesfällen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Um 40 Millionen Menschen sterben weltweit jedes Jahr an nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs), davon etwa 80% an einer der vier Krankheiten Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes und chronische Atemwegkrankheiten. Der Grossteil dieser Todesfälle könnte vermieden werden, wenn auf Rauchen, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und übermässigen Alkoholkonsum verzichtet würde.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will mit dem «Global Action Plan for the Prevention and Control of Noncommunicable Diseases 2013-2020» unter anderem eine Reduktion der vorzeitigen NCD-Todesfälle in der Bevölkerung zwischen 30 und 70 Jahren erreichen. 

Der Indikator ist im Rahmen der NCD-Strategie der Schweiz relevant. Da er das Ziel der WHO-Strategie der Verringerung der vorzeitigen NCD-Todesfälle misst, ermöglicht er einen internationalen Vergleich.

Definition

Dieser Indikator zeigt die Wahrscheinlichkeit, zwischen 30 und 70 Jahren an einer der vier Krankheiten Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes oder chronische Atemwegkrankheiten zu sterben. Zudem gibt er die absolute Zahl der Todesfälle für jede der vier Krankheiten getrennt an. Die Berechnung der Wahrscheinlichkeit erfolgt nach der Methodik im WHO Dokument «Non Communicable Disesases Country Profiles 2014» (Sterbetafel). Der Altersabschnitt von 30 bis 70 Jahren erklärt sich einerseits damit, dass Todesfälle häufig bis zu einem Alter von 70 Jahren als vorzeitig definiert werden und dass im höheren Alter oft multiple Faktoren den Tod verursachen. Andererseits nehmen die Todesfälle an NCDs erst ab etwa 30 Jahren deutlich zu.

Berücksichtigt werden folgende Codes gemäss ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision):

Herzkreislauferkrankungen: I00-I99, Krebs: C00-C97, Diabetes: E10-E14 und chronische Atemwegerkrankungen: J30-J98.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Todesursachenstatistik)
Referenzen:
- World Health Organisation (WHO). Non Communicable Diseases and Mental Health (Website, englisch)
- World Health Organisation (WHO, 2014). Non Communicable Diseases and Mental Health. Non Communicable Diseases Country Profile 2014 (Bericht, englisch).

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019