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Frakturen der Hüfte sind typische Knochenbrüche des höheren und hohen Alters. Die zunehmende Sturzanfälligkeit und eine erhöhte Knochenbrüchigkeit – vor allem der älteren Frauen – führt vermehrt zu diesen folgenschweren Ereignissen. Nicht selten lässt sich eine bleibende Verminderung der Lebensqualität, unter anderem durch Mobilitätseinschränkungen bis zu Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit nicht verhindern. Im ersten Jahr nach einer Hüftfraktur ist auch das Sterberisiko deutlich erhöht. Die Kosten für Therapie und Pflegeleistungen sind hoch.
Infolge der demografischen Entwicklung wird in den kommenden Jahren die Krankheitslast (burden of disease), die durch Frakturen im Hüftbereich bedingt ist, weiter zunehmen.

Dieser Indikator stellt die Hospitalisierungsrate der Personen mit Schenkelhalsfraktur oder pertrochanterer Femurfraktur (sogenannte Hüftfrakturen) in somatischen Akutspitälern dar. Da man davon ausgehen kann, dass der überwiegende Anteil der Personen, die eine Hüftfraktur erleiden, stationäre Spitalpflege benötigt, ist der Indikator näherungsweise auch ein Wert für die Krankheitslast in der Bevölkerung.

Definition

Anzahl der Spitalaustritte pro Jahr in somatischen Akutspitälern mit der ICD-10 Codierung S720, Schenkelhalsfraktur, und S721, pertrochantere Femurfrakturen, in Haupt- oder Nebendiagnosen pro 1’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Somatische Akutspitäler sind gemäss Krankenhaustypologie des Bundesamtes für Statistik «Allgemeine Krankenhäuser» (K1) der Zentrums- und Grundversorgung sowie so genannte «andere Spezialkliniken» (K23), d.h. Chirurgie, Gynäkologie und Pädiatrie. Ausgeschlossen aus der Betrachtung sind die Geriatrie (K234), diverse Spezialkliniken (K235), Rehabilitationskliniken (K22) und die psychiatrischen Kliniken (K21) sowie die entsprechenden Abteilungen in den Spitälern (Hauptkostenstellen M500, M900, M950).

Formel für die Berechnung dieses Indikators

Die standardisierte Rate wurde anhand der direkten Methode wie folgt berechnet:

Ni: Zahl der Personen in der Altersgruppe i der Standardbevölkerung
ri: Altersspezifische Rate je 100‘000 Einwohner und Einwohnerinnen

Als Standardbevölkerung wurde die europäischen Standardpopulation 2010 (Eurostat 2013) verwendet.
Das Vertrauensintervall ist ein Mass für die Präzision der Schätzung. Es definiert Grenzen, innerhalb derer der Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zu finden ist. Der Standardfehler und die 95% Konfidenzintervalle wurden basierend auf einer Poisson-Approximation der Varianz der Rate berechnet (Boyle 1991, Armitage 2002).

Referenzen

Eurostat: “Revision of the European Standard Population”, eurostat methodologies and working papers, eurostat 2013, p.121.
Boyle P., Parkin D.M.: “Statistical methods for registries”, Chapter 11, S.138; in: Jensen, Parkin, MacLennan, Muir, Skeet: "Cancer Registration: Principles and Methods", Lyon 1991.
Armitage P., Berry G., Matthews J.N.S.: “Statistical Methods in Medical Research”. 4th Edition. Blackwell Publishing, Oxford 2002. p.662.

Quellen

Bundesamt für Statistik
Medizinische Statistik der Krankenhäuser
Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP)

Zuletzt aktualisiert

27.11.2018