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Seit 1995 nehmen die verlorenen Lebensjahre durch eine nichtübertragbare Krankheit (NCD) in der Schweiz pro 100‘000 Einwohner/-innen kontinuierlich ab. Waren es 1995 noch insgesamt 2'265 Jahre, sind es im 2016 1'206 Jahre. Die Last der Männer an verlorenen Lebensjahren (1'333 Jahre) ist 2016 deutlich grösser als die der Frauen (1'081 Jahre).

Auch bei der Unterteilung nach Erkrankungen zeigt sich die kontinuierliche Abnahme der verlorenen Lebensjahre: Beispielsweise haben die verlorenen Lebensjahre aufgrund von Herzkreislauf-Erkrankungen von 610 Jahre (1995) auf 249 Jahre (2016) pro 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner abgenommen, für Krebs sind sie im gleichen Zeitraum von 1'076 Jahre auf 661 Jahre gesunken.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Die verlorenen potenziellen Lebensjahre durch NCD bei einer Person zeigen auf, wie lange diese Person zusätzlich gelebt hätte, wenn sie nicht vor dem vollendeten 70. Altersjahr aufgrund einer nichtübertragbaren Krankheit (NCD) gestorben wäre.

Früh eintretende Todesfälle werden bei den hier vorliegenden, auf die Bevölkerung bezogenen Berechnungen stärker berücksichtigt: Bei einer Grenze von 70 Jahren bedeutet ein Todesfall mit zehn Jahren 60 verlorene potenzielle Lebensjahre, bei einem Todesfall mit 65 Jahren sind es fünf Jahre.

Ein wichtiges Ziel der NCD-Strategie ist die Bekämpfung von häufigen und chronischen Krankheiten wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Atemwegs-Erkrankungen und muskuloskelettale Erkrankungen. Dadurch sollen die Krankheitslast in der Bevölkerung und vorzeitige Todesfälle vermieden werden. Die Angabe der verlorenen Lebensjahre erlaubt eine direkte und quantifizierbare Aussage über deren Entwicklung.

Definition

«Verlorene potenzielle Lebensjahre (VPL)» ist eine international weit verbreitete Kennzahl (englisch: Years of Potential Life Lost YPLL).

Der Indikator zeigt die Anzahl verlorener potenzieller Lebensjahre je 100'000 Einwohner/-innen (ständige Wohnbevölkerung) für Todesfälle zwischen der Geburt und 70 Jahren. Die Daten wurden nach der Altersstruktur der europäischen Standardbevölkerung 2010 (Eurostat 2013) standardisiert. Zur Berechnung werden die in jeder Altersgruppe eingetretenen Todesfälle addiert und anhand der bis zu einer festgelegten Altersgrenze verbleibenden Lebensjahre gewichtet. Die Altersgrenze wurde für die internationale Vergleichbarkeit (WHO) bei 70 Jahren festgesetzt.

Grundsätzlich wurden die folgenden nichtübertragbaren Krankheiten (NCD) für die Analyse berücksichtigt:

  • Herzkreislauf-Erkrankung (I00- I99)
  • Krebs-Erkrankungen (C00-C97)
  • Diabetes-Erkrankungen (E10-E14)
  • Atemwegs-Erkrankung (J30-J98)
  • Leberzirrhose (K70 und K74)

Die Einteilung der Krankheiten zu den NCD orientierte sich an der Studie von Lozano Rafael, Mohsen Naghavi, Kyle Foreman, Stephen Lim, Kenji Shibuya et al. (2012) gemachte Einteilung, welche die "Global Burden of Disease" analysiert.

Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen

Quellen: Bundesamt für Statistik (Todesursachenstatistik)
Referenzen: Lozano Rafael, Mohsen Naghavi , Kyle Foreman, Stephen Lim, Kenji Shibuya et al. (2012). Global and regional mortality from 235 causes of death for 20 age groups in 1990 and 2010: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2010. The Lancet, 380(9859):2095-2128.
 

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch
 

Zuletzt aktualisiert

01.06.2019