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Die demografische Alterung wird in den nächsten Jahrzehnten zu einem erheblichen Anstieg der Zahl der pflegebedürftigen Personen in der Schweiz führen. Die angemessene Versorgung dieses Teils der Bevölkerung ist ein wichtiges Anliegen in der Langzeitpflegepolitik. Die Inanspruchnahme von Alters- und Pflegeheimen gibt den Anteil der Bevölkerung von 65 Jahren und mehr an, der in diesen Einrichtungen lebt (Langzeitaufenthalte).

Altersheime werden bei diesem Indikator zusätzlich zu den Pflegeheimen berücksichtigt, da sie in einigen Kantonen bis Ende der 2000er Jahre einen grossen Teil des Angebots ausmachten. Eine Gesetzesänderung im Jahr 2009 führte dazu, dass die meisten Altersheime in Pflegeheime umgewandelt wurden, da Altersheime keine Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) erbringen und abrechnen dürfen (Art. 39 Abs. 3).

Definition

Berücksichtigt werden Alters und Pflegeheime, wobei die Pflegeheime separat ausgewiesen werden. Langzeitplätze sind für Personen vorgesehen, die sich permanent in einer der Einrichtungen niederlassen. Die Inanspruchnahmerate richtet sich nach dem Herkunftskanton, d.h. nach dem letzten Wohnkanton vor dem Eintritt, und nicht nach dem Standortkanton der Einrichtung. Aufgrund der relativ hohen Fluktuationsrate im Verlauf eines Jahres (ca. 40 %) wird die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner am Stichtag 31. Dezember für die Berechnung der Inanspruchnahmerate in Alters- und Pflegeheimen verwendet.

Formel für die Berechnung dieses Indikators

Die standardisierte Rate wurde anhand der direkten Methode wie folgt berechnet:

Nij: Zahl der Personen in der Altersgruppe i und Geschlecht j in der Standardbevölkerung
rij: Alters- und geschlechtsspezifische Rate
Als Standardbevölkerung wurde die europäischen Standardpopulation 2010 (Eurostat, 2013) verwendet.

Das Vertrauensintervall ist ein Mass für die Präzision der Schätzung. Es definiert Grenzen, innerhalb derer der Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zu finden ist. Der Standardfehler und die 95% Konfidenzintervalle wurden basierend auf einer Gamma-Approximation der Varianz der Rate berechnet (Tiwari et al., 2006).

Quellen

Referenzen

  • Füglister-Dousse, S., Dutoit, L. & Pellegrini, S. (2015). Soins de longue durée aux personnes âgées en Suisse. Evolutions 2006–2013 (Obsan Rapport 67). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Dutoit, L., Füglister-Dousse, S. & Pellegrini, S. (2016). Soins de longue durée dans les cantons: un même défi, différentes solutions. Evolutions 2006–2013 (Obsan Rapport 69). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Dutoit, L., Pellegrini, S. & Füglister-Dousse, S. (2016). Langzeitpflege in den Kantonen. Drei Betreuungsmodelle (Obsan Bulletin 13/2016). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Eurostat (2013). Revision of the European Standard Population — Report of Eurostat's task force. Luxembourg: Publications Office of the European Union.  Bericht (englisch).
  • Tiwari, R. C., Clegg, L. X., & Zou, Z. (2006). Efficient interval estimation for age-adjusted cancer rates. Statistical methods in medical research, 15(6), 547-569.

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

18.10.2021