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Der Indikator bietet eine Übersicht über die Häufigkeit der Hospitalisierungen (Behandlungsfälle und Patienten/innen) bei einer psychiatrischen Diagnose (F-Hauptdiagnosen gemäss der Internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-10 der WHO). Da er aus der Sicht der Patientin bzw. des Patienten und nicht aus jener der Institution konzipiert ist, umfasst er sämtliche F-Diagnosen, unabhängig davon, ob diese in einer psychiatrischen Klinik oder in einem somatischen Spital gestellt wurden. Insofern unterscheidet er sich vom Indikator der Inanspruchnahme stationärer Versorgung und dessen Hospitalisierungsraten in psychiatrischen Kliniken. Der Indikator ergibt sich aus dem Verhältnis der Behandlungsfälle bzw. der Patientinnen und Patienten zur ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren am Jahresende. Die Anzahl Patientinnen und Patienten pro 1’000 Einwohner/innen kann erst seit der durchgehenden Verfügbarkeit des anonymen Verbindungskodes 2002 bestimmt werden.

Definition

Der Indikator bietet eine Übersicht über die Häufigkeit der Hospitalisierungen (Behandlungsfälle und Patienten/innen) bei 15-jährigen und älteren Patientinnen/Patienten mit psychiatrischer Hauptdiagnose (F-Diagnose). Die Hospitalisierungen dauerten mindestens 24 Stunden (oder ein Bett war über Nacht belegt) und können sowohl in psychiatrischen Kliniken, in den psychiatrischen Abteilungen allgemeiner Krankenhäuser als auch in somatischen Spitälern/Abteilungen erfolgt sein.

Beobachtungseinheit ist eine Hospitalisierung, für welche ein Austrittsdatum zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember des Erhebungsjahrs registriert ist. Da jeder Austritt gezählt wird, übersteigt die Anzahl Fälle die Anzahl behandelter Personen.

Die Abgrenzung der Versorgungsbereiche und die Definition der Fälle werden auf folgender Seite detailliert beschrieben: Abgrenzung und Falldefinition

Formel für die Berechnung dieses Indikators

Die standardisierte Rate wurde anhand der direkten Methode wie folgt berechnet:

Nij: Zahl der Personen in der Altersgruppe i und Geschlecht j in der Standardbevölkerung
rij: Alters- und geschlechtsspezifische Rate
Als Standardbevölkerung wurde die europäischen Standardpopulation 2010 (Eurostat 2013) verwendet.

Das Vertrauensintervall ist ein Mass für die Präzision der Schätzung. Es definiert Grenzen, innerhalb derer der Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zu finden ist. Der Standardfehler und die 95% Konfidenzintervalle wurden basierend auf einer Gamma-Approximation der Varianz der Rate berechnet (Tiwari et al., 2006).

Referenzen

Eurostat (2013). “Revision of the European Standard Population”. Eurostat methodologies and working papers. Luxembourg: Publications Office of the European Union.
Tiwari, R. C., Clegg, L. X., & Zou, Z. (2006). Efficient interval estimation for age-adjusted cancer rates. Statistical methods in medical research, 15(6), 547-569.

Quellen

Bundesamt für Statistik
Medizinische Statistik der Krankenhäuser
Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP)

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

05.03.2020