Die Aufgaben des Obsan waren 2017 wieder breit gefächert: Elf Publikationen konnten allen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Spanne reicht vom Thema Zulassungsstopp für praktizierende Ärztinnen und Ärzte über die Beschreibung der Rettungsdienste in der Schweiz bis zu Fragen betreffend psychischer Gesundheit – und weiter zu einer Kategorisierung von neuen Medikamenten.

Das Obsan führt Bewährtes weiter …

Zur Evaluation der Spitalfinanzierung im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) leistet das Obsan jedes Jahr seinen Beitrag, sowohl in Bezug auf das Thema Qualität wie auch im Hinblick auf die Kosten. Das Obsan präsentierte dieses Jahr die Ergebnisse bei den Tagungen SwissDRG+2000 und an einem Kurs des IDHEAP.

Ein Thema, das die kantonalen Verantwortlichen für die Spitalplanung vielerorts interessiert, sind die Patientenflüsse in Spitälern. Die Kantone Freiburg und Graubünden haben 2017 diese Berechnungen beim Obsan bestellt.

Parallel dazu sind Planungen der Pflegeheimplätze jedes Jahr sehr gefragt, denn die ältere Bevölkerung wächst weiter. Das Obsan führt jedes Jahr entsprechende Aufträge aus, 2017 für den Kanton Zug, aktuell in Erarbeitung sind sie für Nidwalden, Schwyz und Zürich.

… und entwickelt Neues

Neben den bewährten Analysen waren auch 2017 neue Themen angesagt: Der Schweizer Atlas der Gesundheitsversorgung wurde vor den Sommerferien in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) Bern publiziert und an zahlreichen Tagungen vorgestellt.

Im Zusammenhang mit der Frage, warum Personen mit geringem Pflegebedarf in der Deutschschweiz mehrheitlich innerhalb, in der Romandie öfters ausserhalb der Pflegeheime leben, führte das Obsan eine Untersuchung mit dem Titel «Betagte mit leichtem Pflegebedarf» (französisch) durch, die erstmals den Hintergründen zum Phänomen nachgeht. Interessanterweise zeigt sich bei genauerem Betrachten auch in der Romandie kein einheitliches Bild.
 

Das Obsan recherchiert mit Tiefblick …

Genauer hinsehen oder nach wertvollen Daten schürfen: In zwei neuen Datenbanken ist das Obsan explorativ unterwegs, um in Zukunft systemrelevante Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Die Datenbank «Patientendaten Spital ambulant» des Bundesamtes für Statistik (BFS) ergänzt die bestehenden Statistiken zur Gesundheitsversorgung. Erste Ergebnisse konnten 2017 genauer evaluiert werden. Das Obsan entwickelt mit dem BFS eine gemeinsame Strategie zur Exploration der Daten.

Schon seit längerer Zeit melden unsere Partner den Wunsch nach genaueren Informationen zu den Spitex-Leistungen. Ein Team der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW und des Obsan untersucht die neue Datensammlung des Spitex Verbandes Schweiz im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP 74). Auch dies ein Projekt, das hoffentlich in Zukunft Früchte trägt.

Verschiedene Fortschritte der Datenverwendung zeichnen sich zudem am Horizont ab, da das Obsan wichtige Datenquellen erstmals verknüpfen kann. Damit lassen sich aus bestehenden Datensammlungen ergänzende Informationen herleiten und zusätzliche Erhebungen können vermieden werden.
 

… und bietet Orientierung in der Gesundheitslandschaft

Eine Einteilung aller neu zugelassenen Medikamente bietet Orientierung im Pharma-Markt. Alle Neuheiten werden im Bericht «Die neuen Medikamente auf dem Schweizer Markt» (französisch) danach untersucht, welche neuen Merkmale sie enthalten.

Wie viele Rettungsdienste oder wie viele Organisationen der integrierten Versorgung (französisch) gibt es wohl in der Schweiz? Wie wird in der Schweiz verhütet? Wer die Publikationen des Obsan gelesen hat, weiss Bescheid. Die drei Berichte geben erstmals einen Überblick über die erwähnten Strukturen und Methoden.

Im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und der entsprechenden Versorgungsstrukturen ist es sehr schwierig, den Durchblick zu haben. Ein Bericht zum Thema bietet eine «Landkarte» des Vorhandenen und zeigt gleichzeitig Datenlücken auf. Der Handlungsbedarf ist nicht zu übersehen.

Interessant ist im Themenbereich Psychische Gesundheit auch eine Diskussion, der das Obsan in einem Bulletin Ende Jahr Raum gegeben hat: Wie werden Häufigkeiten von psychischen Krankheiten untersucht und wie kommen Diagnosen im Bereich der psychischen Gesundheit zustande? Ein weiterer Beitrag zur Orientierung in einem komplexen Sachbereich.
 

Das Obsan steht seinen Kunden gerne zur Verfügung

Als Dienstleistungszentrum bietet das Obsan Bund und Kantonen eine breite Palette von Dienstleistungen an. 2017 hat das Obsan unter anderem folgende Aufträge ausgeführt:

  • Merkmale der Personen, die ambulante Leistungen in Anspruch nehmen, für den Kanton Genf
  • Bestand und Prognosen zum Pflegepersonal für die Kantone St. Gallen, Tessin und Waadt
  • Analyse der ambulanten und stationären Tonsillektomien für den Kanton Luzern
  • Aufbau und Umsetzung der Monitoring-Systeme Sucht und NCD für das BAG

 

 

 

 

… und setzt dafür ein interdisziplinäres Team ein

Insgesamt 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (15,2 Vollzeitstellen) bearbeiten im Obsan Aufträge, analysieren Daten und erstellen Publikationen (Stand: Dezember 2017).

Claudio Peter verstärkt seit April das Kader des Obsan als Leiter des Bereiches Psychische Gesundheit, Krankheit und Behinderung und als Verantwortlicher für den Nationalen Gesundheitsbericht 2020.

Oliver Zumbrunnen (seit August) und Walter Rohrbach (seit September) ergänzen als wissenschaftliche Mitarbeiter die Gruppe, die das Projekt der Monitoring-Systeme Sucht und NCD realisiert.

Organigramm

Es bleibt spannend

Eine kleine Vorschau auf aktuell schon bekannte Projekte im Jahr 2018 bietet die Liste der laufenden Projekte. Das Obsan freut sich auf die Herausforderungen und ist immer bereit, neue Ideen aufzunehmen.

 

 
 

 

 
 
 
 
 
 

Archiv

Bestelladresse für gedruckte Exemplare (gratis), erhältlich 2002 bis 2015:
Tel. +41 58 463 60 45 / obsan@bfs.admin.ch