2018 – ein auftragsreiches Jahr

Das Jahr 2018 war ein Rekordjahr für das Obsan in Bezug auf Anzahl und Volumen der Aufträge. Insgesamt 70 Mandate konnten bearbeitet werden. Darunter befinden sich wie jedes Jahr kleinere Auswertungen, aber zunehmend werden für einzelne grössere Mandate auch mehrere Personen jahresübergreifend eingesetzt, um die Wünsche zu erfüllen.

Daneben wurden auch 2018 durch das Obsan eigenständig aktuelle gesundheitspolitische Themen identifiziert, in Studien bearbeitet und die Resultate der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Total neun Publikationen konnten herausgegeben werden. Und nicht zuletzt macht das Obsan in Forschungskooperationen mit, aktuell vor allem im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP74, wo es zwei Projekte mitbearbeitet.

Kosten und Finanzierung sowie Qualität

Die wichtigsten Projekte zur Untersuchung von Kosten, Finanzierung sowie Qualität im Gesundheitswesen lagen 2018, wie schon in den Vorjahren, im Bereich der Evaluation der KVG-Revision Spitalfinanzierung. Das Obsan schloss seine Teilprojekte dieser Evaluation ab: zu «Kosten und Finanzierung der Spitäler» (Originaltitel: « Évolution des coûts et du financement dans le système de soins depuis la révision du financement hospitalier ») sowie «Qualität der stationären Leistungen». Zu diesen Themen veröffentlichte das Obsan in den Jahren 2013 bis 2018 insgesamt neun Publikationen. Der aktuell noch ausstehende Abschluss der Gesamt­evaluation der KVG-Revision Spitalfinanzierung ist vom Auftraggeber des Projekts, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), auf Mitte 2019 geplant.

Versorgung

In der Gesundheitspolitik von Bund und Kantonen war das Thema «ambulant vor stationär» 2018 wiederholt im Fokus. Das Thema beschäftigt das Obsan schon seit längerer Zeit. Anfang Jahr erschien denn auch eine Publikation im Auftrag des BAG «Verlagerungspotenzial von stationär zu ambulant. Analyse ausgewählter chirurgischer Eingriffe» (Originaltitel: « Le potentiel de transfert du stationnaire vers l’ambulatoire. Analyse pour une sélection d’interventions chirurgicales »). In der Folge beauftragten mehrere Kantone das Obsan, das Verlagerungspotential in ihrem Kanton zu schätzen. Das Obsan verfolgt das Thema auch weiter: Eine zweite Publikation ist unmittelbar nach der Jahreswende, im Januar 2019, erschienen.

Seit Jahren gefragt ist das Modell zur Spitalplanung. Sieben Kantone erteilten 2018 dem Obsan den Auftrag, die statistischen Grundlagen für die Spitalplanung aufzuarbeiten. Das Obsan entwickelte zwischenzeitlich auch das Prognosemodell in Zusammenarbeit mit Statistique Vaud weiter. Neu lassen sich die epidemiologische Entwicklung, die technische Entwicklung, Verschiebungen in den ambulanten Bereich, aber auch nationale Referenzwerte integrieren.

Dank zusätzlichem Datenmaterial aus der neuen Statistik der Patientendaten Spital ambulant (PSA) des Bundesamtes für Statistik (BFS) konnten die Konsultationen in Schweizer Notfallstationen erstmals genauer analysiert werden. Die Publikation «Inanspruchnahme von Notfalldiensten» (Originaltitel: « Le recours aux services d'urgences en Suisse ») fand viel Aufmerksamkeit. Da die Entwicklung von neuen Notfallangeboten in vollem Gang ist, wird sich mit der Zeit die Inanspruchnahme der Strukturen weiter verändern. So bleibt auch in Zukunft einiges zu tun.

Gesundheitspersonal

In den Vorjahren war im Auftrag des BAG und des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) ein Berechnungsmodell zur Ermittlung des zukünftigen Bestands und Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten entwickelt worden. Im Jahr 2018 wurde dieses für verschiedene Fachgebiete konkretisiert. Das Modell liefert dem Bund Evidenz für die Planung von Aus- und Weiterbildung. Das Modell kann zudem auf kantonale Bedürfnisse angepasst werden. Beispielsweise können der kantonale Bestand und zukünftige Bedarf an Fachärztinnen und -ärzten ermittelt werden.

Demografie und Inanspruchnahme

Medizinische Behandlungen im grenznahen Ausland: Im Projekt der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und dem Landkreis Lörrach hatten sich verschiedene Partner zusammengeschlossen, um solche zu ermöglichen. Das Obsan kümmerte sich um die Evaluation dieses Pilotprojektes (GRUEZ). Das Projekt konnte 2018 abgeschlossen werden, da das Krankenversicherungsgesetz heute den Austausch über die Grenze mit weniger Formalitäten zulässt.

Das statistische Modell, das kantonalen oder kommunalen Pflegeheimplanungen zugrunde liegt, wird immer wieder nachgefragt. Auch äussern Kundinnen und Kunden immer wieder Zusatzwünsche. So wurde 2018 ein Prozess initiiert, um das Modell auszubauen und mit Bereichen der Pflege zu Hause (Spitex) und intermediären Wohnangeboten zu erweitern. Dank Änderungen wie diesen, die nach Bedarf weitergeführt werden, wird das Produkt den wechselnden Bedürfnissen angepasst.

Psychische Gesundheit, Krankheit und Behinderung

In der Schweiz kann eine Person gegen ihren Willen zur Behandlung und Betreuung in eine geeignete Institution eingewiesen werden. Das Obsan bereitete 2018 die Zahlen zu diesen «Fürsorgerischen Unterbringungen» auf, die je nach Kanton sehr unterschiedlich häufig ausfallen. Es wird notwendig sein, in den nächsten Jahren die Ergebnisse regelmässig aufzudatieren und die Entwicklung weiterzuverfolgen.

Ein Übersichtsbulletin mit Kennzahlen zur psychischen Gesundheit für das Jahr 2016 konnte für das BAG zusammengestellt und publiziert werden. Die Inanspruchnahme von ambulanten Behandlungen ist steigend, bei – subjektiv angegebenem – gleichbleibendem Gesundheitszustand der Gesamtbevölkerung. Diese Beobachtung könnte auf eine zunehmend besser informierte und bewusstere Gesellschaft und eine beginnende Entstigmatisierung zurückzuführen sein. Das Obsan bleibt am Ball.

MonAM

MonAM ist das Akronym für « Système de monitorage suisse des Addictions et des Maladies non transmissibles ». Es handelt sich um eine grosse neue Indikatorensammlung zu den Themen Sucht und nichtübertragbare Krankheiten. Sie ist zu finden über die Webseite www.obsan.ch > Indikatoren oder direkt unter www.monam.ch. Das Projekt MonAM war 2018 und ist auch 2019 noch mitten im Aufbau. Es wird vom Obsan im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem BAG erstellt.

Gesundheitsberichterstattung

Die kantonale Gesundheitsberichterstattung 2019/2020 ist in Vorbereitung. Das Obsan freut sich, im letzten Jahr wie-derum Aufträge von 14 Kantonen für 20 Produkte erhalten zu haben. Das Team hat 2018 begonnen, die Befragungsresultate der Schweizerischen Gesundheitsbefragung zu recodieren, Literatur zu suchen und erste Texte aufzusetzen. Mitte 2019 werden die ersten Resultate in Form von Broschüren und Reports verfügbar sein.

Auch der nationale Gesundheitsbericht zur «Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz» war 2018 bereits mitten in der Erarbeitungsphase. Experten(gruppen) widmen sich der Aufarbeitung verschiedener spezifischer Themenfelder und ermöglichen so eine aktuelle Gesamtschau. Veröffentlicht wird der Bericht Mitte 2020.

Obsan-Kundenzentrum

Im Kundenzentrum laufen jedes Jahr die Fäden für alle Aufträge zusammen. Viele Kundinnen und Kunden wurden 2018 persönlich betreut, unter anderem in folgenden Mandaten:

  • Regionale Unterschiede in der stationären Versorgung – Analysen für die Kantone Luzern, Neuenburg und Zug
  • Auswertung der Befragung von pflegenden Angehörigen für den Kanton Freiburg
  • Versorgungsbericht für den Kanton Appenzell Ausserrhoden
  • Analysekonzept zu den Patientendaten Spital ambulant (PSA) im Auftrag des BAG

Jedes Jahr im Juni findet zudem der Workshop des Obsan statt mit Präsentation der laufenden Arbeiten. Alle Kunden und Partner können sich an diesem Tag bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Obsan informieren, mit ihnen und untereinander den Austausch pflegen und die neusten Trends der Arbeiten des Obsan sehen. Auch 2018 fand der Anlass statt und wurde sehr geschätzt.

Team

Total 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entsprechend 16,9 Vollzeitäquivalenten, gehören zum Team des Obsan (Stand: Dezember 2018).

Seit April 2018 arbeitet Reto Jörg als wissenschaftlicher Projektleiter im Obsan. Polyvalent in den Fähigkeiten und Interessen ist er aktuell vor allem im Bereich Versorgung tätig.

Zudem ist im September Olivier Pahud, ebenfalls als wissenschaftlicher Projektleiter, zum Team gestossen. Er wendet im Moment seine analytischen und organisatorischen Fähigkeiten hauptsächlich in den Bereichen Gesundheitsmonitoring und kantonale Gesundheitsreports an.

Organigramm

Finanzierung

Laufende Projekte

Auch 2019 setzt das Obsan alles daran, erstklassige Produkte anzubieten. An diesen Themen wird aktuell gearbeitet:
Laufende Projekte.

 
 
Bestelladresse für gedruckte Exemplare (gratis), erhältlich 2002 bis 2015:
Tel. +41 58 463 60 45 / obsan@bfs.admin.ch